REISEBERICHT: FONTE DE`MEDICI, TOSKANA

Reiseziel für Liebhaber von Kultur, Natur und Kulinarik

Mit der Reisebloggerin unterwegs in der Toskana

 

Getreu meinem Motto „Der schönste Weg zu Dir selbst führt einmal um die Welt“ packen wir mal wieder unsere Koffer und brechen nach Tagen brütender Hitze in Wien in Richtung Süden auf. Vorbei am Wörthersee, an Udine, an Venedig und Bologna verlassen wir kurz nach Florenz – in Bargino – die Autobahn und sind umringt von Weinbergen und südlichem Flair. Schnell das Cabrio-Verdeck öffnen, denn die letzten 10 Kilometer bis zu unserem Ziel in Montefiridolfi durch das idyllische Val di Pesa müssen einfach „open air“ genossen werden. Zypressen, Pinien, Oliven- und Feigenbäume und natürlich die Weinreben des berühmten Chianti so weit das Auge blickt – die Toskana präsentiert sich uns wie ein Gemälde in einer Farbe, grün mit vielen, vielen Schattierungen.

Wir sind hier im Chianti, der schönsten und bedeutendsten Weinregion in Italien. Die Weine, die im Herzen der Toskana zwischen Florenz und Siena produziert werden, genießen Weltruf. Die Weinproduktion selbst geht in dieser Gegend auf die vorrömischen Etrusker zurück, deren Ausgrabungen man auf Schritt und Tritt begegnet.

Fonte de`Medici – das toskanische Dorf

Agriturismo „Fonte deMedici" ist kein typischer Hotelkomplex, viel mehr bezaubert es durch seinen dörflichen Charakter. So sind die Appartements, die Trattoria, die Konferenzräume, der Spa- & Sportbereich und die Kapelle in verschiedenen Häusern untergebracht, die wie ein typisches toskanisches Dorf angelegt sind. Außerdem gibt es hier noch eine Kochschule, einen Tennis- und Fußballplatz und einen herrlichen Außenpool. Die Anfänge von Fonte deMedici reichen zurück bis 1400 als der Ort  als Raststätte für die Pilger auf ihrem Weg von Florenz nach Rom diente. In den angrenzenden Weinbergen der Familie Antinori werden die Weinsorten Tignanello und Solaia angebaut, inmitten der berühmten Chianti Classico-Region. Es ist ein Ort zum Wohlfühlen, so viel sehen wir gleich auf den ersten Blick.

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Wir bewohnen hier nicht bloß ein Zimmer, nein – unser über 70 m2 großes Appartment umfasst neben einem großzügigen Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad, Küche, Vorraum auch noch ein Turmzimmer mit eigenem Bad, das man über eine Wendeltreppe erreicht. Und der Ausblick auf die stilvolle Poollandschaft inmitten der typischen Chianti-Landschaft ist einfach grandios.

Die Luft ist herrlich frisch und eine sanfte Brise sorgt für angenehme Temperaturen. Das ist der richtige Ort zum Relaxen! Nach dem ersten Sprung ins erfrischende Wasser nehmen wir ein köstliches Abendessen auf der hoteleigenen Terrasse ein und können uns gar nicht entscheiden, was denn nun mehr Genuss sei. Die Gaumenfreuden, die wir hier erleben dürfen oder der einzigartige Blick auf die untergehende Sonne hinter den Weinbergen?

Florenz, die Wiege der Renaissance

Nur ein kurzer Katzensprung ist es mit dem Auto durch die Hügeln des Chianti in die Wiege und in das Herz der Renaissance, ins stolze und aristokratische Florenz. Es ist uns bewusst, dass wir uns an einem Tag nur einen Überblick dessen verschaffen können, was diese historische Stadt zu bieten hat. Doch die wichtigsten Orte suchen wir auf und wandeln nicht nur auf den Spuren der Medicis, sondern auch auf den Spuren Da Vincis, Michelangelos und Galileo Galileis.

Unsere Erkundungstour starten wir an der Kirche Santa Maria Novella. Die Ende des 13. und zu Beginn des 14. Jahrhunderts erbaute Kirche ist die einzige große Kirche in Florenz, die noch ihre Originalfassade trägt. Bunte Marmormuster, die den romanischen Stil mit der Renaissance verbinden.

Weiter spazieren wir zum berühmten Dom Santa Maria Dei Fiori im Herzen der Stadt. Ursprünglich wurde dieser 1296 von Arnolfo di Cambio entworfen, da die Kathedrale aber erst 1436 geweiht wurde, kann sie als Meisterwerk mehrerer Architekten bezeichnet werden und gilt als das zentrale Werk der Renaissance-Architektur. Die weißen Elemente in der aufwändigen Fassade sind beeindruckend, feinster Marmor aus dem nahegelegenen Carrara wurde hier verarbeitet.

„Caffè? Solo con giotto!“ bekommt hier eine ganz andere Bedeutung als die, die wir aus der Fernsehwerbung kennen. Den Kaffee genießt man am Domplatz in Florenz nicht mit einem Keks, sondern mit Blick auf den berühmten freistehenden Glockenturm des Architekten Giotto.

Ganz in der Nähe des Domplatzes erblicken wir Elektro-Golfcarts, die Stadtrundfahrten anbieten und ergreifen die Chance, ein freies zu ergattern. Zwei Stunden führt uns die Tour durch die bezaubernden Gässchen der Altstadt, über den Arno, vorbei an der ältesten und einzigen nicht zerstörten Brücke Ponte Vecchio, Palazzo Pitti mit seinen bekannten Kunstsammlungen, dem Mercato Nuovo bis zur Piazzale Michelangelo mit seinem berühmten Blick auf Florenz. 1982 wurde die historische Innenstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

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Das Panorama von der Piazzale Michelangelo könnte nicht prächtiger sein. Eine der – laut Forbes Magazine – schönsten Städte der Welt liegt uns zu Füßen, umsäumt von grünen Hügeln. Auf der Piazzale herrscht reges Treiben. Angesichts dieser phantastischen Aussicht verwundert es nicht, dass der Platz Ausflugsziel vieler Touristen, Radfahrer, Spaziergänger und Hochzeitspaare ist. Es ist ein idealer Ort für Fotoshootings. Der kolossale über die Stadt blickende „David“ ist nur eine der beiden Kopien von Michelangelos berühmter Monumentalstatue der Hochrenaissance. Das Original, das zwischen 1501 und 1504 in Florenz entstanden ist, befindet sich in der Galleria dell´Academia und gilt als die bekannteste Skulptur der Kunstgeschichte.

Zurück in der Stadt schlendern wir über die Piazza della Signorina zum Palast des Großherzogs Cosimo de Medici, der einige der großartigsten Meisterwerke der europäischen Kultur beherbergt, die berühmten Uffizien. Zu sehen sind dort unter anderem „Die Geburt der Venus“ von Botticelli und „Die Verkündigung“ von Da Vinci. Nachdem man sich Eintrittskarten für das Musem bereits Wochen vorher besorgen sollte, können wir leider keinen Blick auf eine der bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt werfen, was wir aber mit einem köstlichen Mittagessen und einem Cappuccino auf der Piazza kompensieren. Mein Schrittzähler zeigt mir – bei gefühlten 40 Grad – bereits mehr als 11.000 Schritte an. Aber bei so vielen tollen Eindrücken nimmt man den gewaltigen Fußmarsch gar nicht richtig wahr.

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Schaufensterbummel in Florenz

Wieder zurück aus der „Welthauptstadt der Kunst“, wie Florenz gern genannt wird, lassen wir am Pool noch ein bisschen die Seele baumeln, und mein Blick schweift immer und immer wieder über dieses toskanische „Gemälde“, das sich Natur nennt. Die Hügeln des Chianti zum Greifen nah!

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San Gimignano – das „Manhattan des Mittelalters“

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Copyright: Toskavista

56 Kilometer südwestlich von Florenz liegt San Gimignano, die Stadt der Türme. Schon von weitem erblicken wir die mittelalterliche Skyline, die uns in dieser typischen toskanischen „Bergstadt“ erwartet. Die Italiener nennen sie tatsächlich Bergstadt, was uns Österreichern angesichts der Seehöhe von 324 Metern ein Schmunzeln abringt. Da die Stadt mit den 14 (von ursprünglich 70!) mittelalterlichen so genannten Geschlechtertürmen von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, ist sie auf jeden Fall einen Besuch wert. Wir betreten das Städtchen mit doch 7.000 Einwohnern durch ein mächtiges Stadtturm und gelangen so ins Zentrum der Altstadt, auf die Piazza della Cisterna. Die Türme, der Steinturm Torre Grossa, der Duomo di San Gimignano und die angrenzenden Häuser gehen auf das 12. und 13. Jahrhundert zurück. Heute ist das bezaubernde Städtchen ein beliebtes Ausflugsziel und eignet sich mit vielen Geschäften, die keinen üblichen Touristenkitsch anbieten, auch wunderbar zum Shoppen.

Nach der kurzen Fahrt von San Gimignano nach Montefiridolfi verweilen wir noch kurz am Pool und genießen ein letztes Dinner samt meinem allabendlichen köstlichen Tiramisu und atemberaubenden Sonnenuntergang auf der romantischen Terrasse der Trattoria Della Fonte.

 

 

Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Adria und Mittagessen in Chioggia kehren wir mit vielen bleibenden Eindrücken, schönen Erinnerungen und tollen Einkäufen und Mitbringseln aus San Gimignano wieder nach Hause zurück. 

Fazit:

Ein traumhaftes Urlaubsziel für Liebhaber von Kultur, Natur und Kulinarik, das zugleich stilvolle Ruheoase in herrlicher Umgebung als auch idealer Ausgangspunkt für Sternfahrten mit dem eigenen Auto zu den Top-Ausflugszielen der Toskana ist.

Fonte de`Medici
Via Santa Maria a Macerata, 31
I-50020 Montefiridolfi (FI)
mail@fontedemedici.com
www.fontedemedici.com 

 

 

REISEBERICHT: OPATIJA

Opatija („Abbazia“) wie zu Kaiser´s Zeiten…

Mit der Reisebloggerin unterwegs in einem schönen Stück „Alt-Österreich“

 

Es ist Frühling, die ersten Sonnenstrahlen locken ins Freie und das Meer ruft! Weit soll es nicht sein, da Zeit ein leider viel zu knapp vorhandenes Gut zu sein scheint, also entscheiden wir uns zu einem Kurztrip an die Adria. Schnell sind die Koffer gepackt, das Navi mit den nötigen Reiseinformationen gefüttert und schon geht es über Villach, Bled und Ljubljana in die kroatische Küstenstadt. Opatija oder – wie wir Österreicher noch liebevoll dazu sagen – „Abbazia“ erwartet uns bei Kaiserwetter und spätestens nach dem ersten Blick aufs Meer stellt sich Urlaubsfeeling ein. Vom Zimmer aus eröffnet sich uns eine wunderschöne Aussicht auf die benachbarten Inseln Cres und Krk.

Beim Abendspaziergang lernen wir die Stadt gleich ein bisschen kennen und genießen das Flanieren auf dem „Lungamare“, der Uferpromenade, die sich auf 12 Kilometern Länge zwischen Volosko und Lovran erstreckt und heute den Namen des Kaisers Franz Josef I. trägt. Die prachtvollen Bauten aus der Zeit der Donaumonarchie erinnern an längst vergangene Zeiten. Entlang des Lungamare entdecken wir nicht nur viele architektonisch bemerkenswerte Villen und Hotels, sondern auch die eine oder andere Erinnerungstafel. Die frische Meeresluft tut gut, und nach einem herrlichen Abendessen direkt an der Promenade kehren wir zurück ins Hotel.

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Tags darauf erkunden wir das geschäftige Treiben der Stadt und bringen unsere Kuna, die kroatische Landeswährung, in den vielen kleinen Shops und Cafés und der appetitlichen Markthalle in Umlauf. Hier wird vor allem frisches Obst und Gemüse aus den Gärten im Hinterland von Opatija, Honig, Käse und auch der wohlduftende Lavendel verkauft. Die Markthalle wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, als in der Blütezeit des Seebades Abbazia die Nachfrage nach frischen Lebensmitteln stieg. Architektonisch gliedert sie sich perfekt in die mondäne Nachbarschaft ein. 1907 wurde der angrenzende Fischmarkt errichtet, auf dem es frischen Fisch aus der Adria zu erstehen gibt.

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Nach einer ausgiebigen Shoppingtour lassen wir uns wieder an der Küstenpromenade nieder und schreiben Postkarten an die Zuhausegebliebenen, bevor wir zu einer weiteren Erkundungstour aufbrechen.

Wieder am Lungamare tauchen wir erneut in ein Stück österreichischer Geschichte ein. So soll der ungarische Graf Andrássy in der Villa Minach gleich drei Mal inkognito Besuch von unserer Kaiserin Sissi bekommen haben. Und in der Villa Madonna, in der heute das Casino untergebracht ist, sollen sich Kaiser Franz Josef I. und Katharina Schratt mehrfach getroffen haben. So viel Sissi-Romantik an einem Ort – das kann ja wohl nur das milde Klima und die bezaubernde Lage Abbazias an der Adria ausmachen.

Und wo unser Kaiserpaar so gern weilte, da gefällt es uns auch. So spazieren wir weiter zur Villa Angiolina, in der das kroatische Tourismusmuseum beheimatet ist, durch den wunderschönen Garten mit exotischen Pflanzen bis zum ältesten und traditonsreichsten Hotel der Stadt, dem berühmten Hotel Kvarner. Ursprünglich war das Hotel als Heilanstalt für Lungenkranke gedacht, entwickelte sich aber bald zum Treffpunkt der eleganten Welt. Nicht nur das rumänische Königspaar stieg hier ab, auch unser Kaiser Franz Josef I. traf an diesem historischen Ort den deutschen Kaiser Wilhelm II.

Der „Portic“, der kleine Hafen von Opatija, diente früher als Ausgangspunkt für die Ausflugsboote der „Barkajoli“, der traditionellen Bootsführer. Sie waren mit Rudern ausgestattet und beförderten ihre Gäste in kleinen Holzbooten entlang der Riviera oder zu den vorgelagerten Inseln. Heute hat sich der Komfort der Boote natürlich stark verbessert und gerudert muss schon lange nicht mehr werden, aber eine Bootsfahrt mit einem „Barkajoli“ gehört unbedingt zum Pflichtprogramm eines Aufenthalts an der Opatija Riviera, und so nehmen wir uns dies für den nächsten Tag vor.

Schließlich gelangen wir zu DEM Wahrzeichen der Stadt, zum Mädchen mit der Möwe. Die Skulptur, die auf der Landzunge vor dem ehemaligen Friedhof aufgestellt ist, wurde zu einem Symbol für Opatija. Diese existiert jedoch erst seit 1956, da bis zu jenem Zeitpunkt die Statue „Madonna del mare“ des Grazer Künstlers Rathausky stand, die bei einem Unwetter umgerissen wurde. Das Mädchen mit der Möwe ist zweifelsohne DAS Fotomotiv der Stadt.

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Wie am Vortag schon beabsichtigt, rufen wir uns ein Wassertaxi, um in die nahegelegene Hafenstadt Rijeka überzusetzen. 30 sehr windige Minuten später erreichen wir das „Tor zu den Inseln Kroatiens“ an der Kvarner Bucht und laufen in den Hafen ein. Der Ortsname Rijeka bedeutet sowohl im Kroatischen, als auch im Italienischen und Slowenischen jeweils „Fluss“.

Vom Hafen her betreten wir die Altstadt durch den Stadtturm, der im Mittelalter die Stadt schützte. Wieder einmal säumen Gebäude aus der Habsburg-Ära die Straßen, wie die Hauptpromenade Korzo, die wir entlang bummeln. Die Fassaden entlang dieses lebendigen Treffpunkts von Einheimischen und Touristen zeugen von der reichen und turbulenten Geschichte der Stadt. So erfahren wir, dass sich die Menschen nicht einmal von der Bora, wenn sie über die Adria fegt, von ihrem geliebten Korzo vertreiben lassen. Und so ist diese Straße nicht nur die längste Fußgängerzone der Stadt, sondern auch ihr Spiegelbild. Auch auf Gustav Klimts Spuren wandeln wir, als wir im kroatischen Nationaltheater ein Deckengemälde von ihm entdecken.

Am nächsten Tag heißt es schon wieder Abschied nehmen mit vielen schönen Eindrücken im Gepäck. „Zbogom Opatija!“

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Fazit:

Ein toller Kurztrip ans nahegelegene Meer in eine Stadt mit großer Geschichte. Hier kommen neben dem Meeresrauschen auch Geschichte, Kultur und Kulinarik nicht zu kurz. Ein sehenswertes und traditonsreiches Stück Alt-Österreich!

 

Tourismusverband Opatija
https://www.visitopatija.com/de

 

 

REISEBERICHT: BRATISLAVA

Schifffahrt nach Bratislava

Mit der Reisebloggerin auf der Donau unterwegs…

Eine Schifffahrt, die ist lustig, eine Schifffahrt, die ist schön! Auch wenn es sich dabei nur um 75 Minuten handelt. Genau die benötigt der Twin City Liner für die Strecke vom Wiener Schwedenplatz ins Herz der slowakischen Hauptstadt. Kaum hat man es sich in der geräumigen Passagierkabine mit Kaffee und Kuchen gemütlich gemacht, ist man auch schon angekommen. Möglich machen diese Geschwindigkeit die beiden MTU-Dieselmotoren und die zwei Hamilton-Wasserstrahlantriebe, die für eine Leistung von 1960 PS und eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 32,5 Knoten (60 km/h) sorgen. Der Katamaran, der von der DDSG Blue Danube Schifffahrt GmbH betrieben wird, erstaunt mich mit einem Tiefgang von nur 85 Zentimetern.

So heißt es für uns um 8:30 Uhr „Leinen los“ und Kurs auf Bratislava. Ahoi! Aufmerksame Blogleser wissen bereits wie sehr ich alles liebe, was sich auf dem Wasser bewegt, daher genieße ich auch diese 75 Minuten in unsere nächst gelegene Nachbarshauptstadt sehr.

 

Die slowakische Hauptstadt präsentiert sich uns bei Kaiserwetter und mit bereits 31 Grad am Vormittag. Das wird ein heißer Tag, aber unzählige Lokale in der Altstadt laden sowieso zum Verweilen ein, und für regelmäßige Pausen mit der nötigen Flüssigkeitszufuhr ist somit gesorgt.

Doch zuerst schauen wir uns die Stadt mal ein bisschen genauer an. Der nostalgische kleine Oldtimer-Bus holt uns direkt am Hafen ab, wo wir unsere Aussichtsfahrt durch Bratislava starten. Vorbei am Konzertgebäude Reduta, an der technischen Universität, am höchsten Gebäude der Slowakei und am Rundfunk passieren wir den Regierungssitz und den Palast des Präsidenten. Für mich als Österreicherin, die heute noch ein bisschen mit Stolz erfüllt ist ob unserer glorreichen Vergangenheit zu Zeiten der Österreichisch-Ungarischen Donaumonarchie, klingen die Namen, die wir bei der Stadtführung hören, alle recht vertraut. Viel ist die Rede von ungarischen Adeligen, die auch bei uns in Wien ihre Spuren in Form von prächtigen Palais hinterlassen haben.

Auch die moderne Slowakei, wie sie sich dank großzügiger Förderprogramme der EU heute präsentieren kann, kommt bei der Stadtführung nicht zu kurz. Viele namhafte Automobilhersteller und andere große Investoren haben sich in der südlichen Slowakei im Großraum Bratislava angesiedelt, was der Region zu Wohlstand verholfen hat.

 

Bei der bekanntesten Sehenswürdigkeit der Stadt, der Burg von Bratislava, legen wir eine Pause von 20 Minuten ein, um die großartige Aussicht auf „Pressburg“ bewundern zu können. Weil diese Location doch eine bezaubernde ist, werden wir gleich Zeugen einer Hochzeit, die bei Kaiserwetter in der imposanten Burg stattfindet.

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Unsere Rundfahrt endet am Slowakischen Nationaltheater, das an diesem Abend „Tosca“ am Spielplan hat. Übrigens auch eine schöne Idee für einen Ausflug mit dem Schiff nach Bratislava, um einen Opernabend zu erleben.

Nach einem köstlichen Mittagessen im Herzen der Stadt – an einer Straße, die uns ein klein wenig an La Rambla in Barcelona erinnert  – flanieren wir noch durch die Gassen der Altstadt und machen uns auf die Suche nach dem Bahnhof, denn retour geht es mit dem Zug. Trotz nicht vorhandener Slowakisch-Kenntnisse und überraschenderweise ebenfalls nicht vorhandener Englisch-Kenntnisse einiger Passanten entschlüsseln wir „Hlavna stanica“ doch noch als „Hauptbahnhof“, und so können wir unsere Rückfahrt nach Wien antreten.

Fazit:

Kurze und komfortable Anreise mit dem Twin City Liner, eine freundliche Stadt, in der es einiges zu entdecken gibt und die man als Teil von Alt-Österreich unbedingt mal gesehen haben sollte. Ein empfehlenswerter Ausflug zu unseren Nachbarn!

 

 

Twin City Liner
Schiffstation Wien City 
Franz-Josefs-Kai 2, Schwedenplatz/Kai 
1010 Wien
www.twincityliner.com
Visit Bratislava
www.visitbratislava.com

 

 

REISEBERICHT: HOTEL ALTHOF RETZ, RETZ IM WEINVIERTEL

Reiseziel für Weinliebhaber

Die Reisebloggerin im Hotel Althof

 

Prickelnde Auszeit im „Wohnzimmer des Grünen Veltliners“

 

Durch das weite Land in die Top-Weinregion

Fünf Hitzewellen haben wir in diesem Sommer bereits hinter uns, den heimatlichen See schon ausgiebig genossen, begeben wir uns auf einen Kurztrip in eine Region, in der mehr Wein als Wasser zu erwarten ist. Nachdem wir in St. Pölten die Autobahn verlassen und weiter über Krems Richtung Nordosten reisen, liegt bald das bezaubernde Weinviertel, eine sanfthügelige Landschaft mit malerischen Weinbergen, vor uns. Unser Ziel, das Landgut Hotel Althof in der Weinstadt Retz, erreichen wir bei herrlichem Sonnenschein, und der Duft von Grünem Veltliner liegt bereits in der Luft. Zum sehr herzlichen Empfang im Hotel wird uns Traubensaft serviert, denn um die Weintraube dreht sich in dieser Region alles. Die einzigartige Lage des Althofs – auf der einen Seite nur wenige Schritte zum Marktplatz, auf der anderen am Fuße des idyllischen Windmühlen-Weinberges gelegen – fällt sofort auf, und so freuen wir uns auf unsere Erkundungen an diesem bezaubernden Ort.

Prickelnd, pfeffrig und erholsam – die luxuriösen Winzerzimmer im Althof

Durch den romantischen Arkadenhof und weiter über eine heimelige Holzstiege gelangen wir in den Trakt mit den „Genießer-Zimmern“, und dass der Name hier Programm ist, bestätigt der erste Blick in unser Zimmer. Natürlich sticht der in der Mitte platzierte eigene hervorragend bestückte Weinklimaschrank sofort ins Auge. Für jedes der 8 sogenannten „Winzer-Zimmer“ steht ein Top-Winzer der Region Pate und füllt den Weinklimaschrank „seines“ Zimmers mit den flüssigen Kostbarkeiten des jeweiligen Weinguts. Vom Zimmerschlüssel bis zur Aufschrift auf der Duschkabine zieht sich der Wein wie ein roter Faden durch das liebevolle und wohldurchdachte Design. Aber auch die Architektur, die wohl nur eine imposante Burganlage bietet, verleiht dem Zimmer mit Gauben, Dachschrägen und massivem Mauerwerk seinen unvergleichlichen Charme. Behagliche Landhaus-Einrichtung und – was ich ganz besonders schätze – eine individuell regulierbare Klimaanlage lassen uns sofort wohlfühlen.

Auf dem Stadtmauer-Rundweg durch die barocke Weinstadt

Hinaus aus dem Arkadenhof und nur einmal um die Ecke, erreichen wir einen der schönsten und auch größten Marktplätze Österreichs, den malerischen Hauptplatz der traditionellen Wein- und Handelsstadt Retz. Die Kulisse mit den stolzen Bürgerhäusern, die im prächtigen Barock- und Biedermeierstil erbaut wurden, dazu die wärmende Sonne und der herrliche Wein, fühlt man sich fast wie auf einer südländischen Piazza. Doch wir befinden uns im Nordosten Österreichs, nur 5 Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt, im Herzen des Weinviertels.

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Der 57 Meter hohe, imposante Rathausturm dominiert den Hauptplatz, er ist täglich zur Besichtigung geöffnet, was wir morgen nutzen werden. Das Rathaus ist Rokoko, die Dominikanerkirche ist barock. Von den beiden Stadtbrunnen, die zum Retzer Weinlesefest mit Weiß- und Rotwein befüllt werden, sehen wir durch den Schwibbogen des zinnenbekrönten Verderberhauses das Znaimertor, gegenüber das Nalbertor. Das auffallende Verderberhaus ist ein frühneuzeitliches Bürgerhaus mit einer Fassade im venezianischen Renaissancestil. Mit der verschiedenartigen Zinnenbekrönung wurde die unterschiedliche Höhe der gotischen Vorgängerbauten ausgeglichen. Die Inschrift auf dem Verderberhaus „Alles mit der Zeit“ gibt das Lebensmotto der Retzer wieder. Gegenüber sticht ein Haus mit grauer Fassade und zahlreichen Malereien heraus, das 1576 errichtete Sgraffitohaus. Es zeigt 120 Bilddarstellungen aus der griechisch-römischen Mythologie, aus dem Alten Testament und die Lebensalter des Menschen. Vorbei am Nalbertor, das einst die Straßen nach Wien und Krems sicherte, spazieren wir zum Schloss Gatterburg, in dem auch das Fahrradmuseum „s´Fahrradl im Schloss“ untergebracht ist. Weiter am „Amtssitz“ der „TV-Richterin Julia“, an deren Serie heute noch Ausstellungen und Souvenirs erinnern, kehren wir wieder auf den Hauptplatz zurück, gönnen uns in der Konditorei etwas Süßes und lassen die ruhige Beschaulichkeit des Städtchens auf uns wirken. Keine Spur von Massentourismus – was für eine Wohltat!

Erholsame Abwechslung im hauseigenen VinoSPA

Zurück im Hotel begeben wir uns auf Erkundungstour durch das jahrhundertealte Gemäuer, das bereits auf eine 700jährige Geschichte zurückblicken kann. In jedem Winkel des Hauses ist diese spürbar, diente doch die Burg einst als Gründungspunkt der Stadt. Heute verschmelzen hier Tradition und Moderne auf wunderbare Weise, die Architekten haben ein wahres Meisterwerk geschaffen. Allen voran zählt der Infinity- Pool am Dach des neuen Althof VinoSPAs zu den herausragenden Pool-Highlights des Landes. Diese architektonische Meisterleistung muss man gesehen haben! Wir haben das Gefühl auf der einen Seite direkt in die Weinberge zu schwimmen, mit Blick auf die Retzer Windmühle, auf der anderen Seite zum Retzer Rathausturm. Wirklich  überragend! Überhaupt ist der gesamte Wellnessbereich, der sich auf 5 Ebenen mit 6 Saunen über 1000 m² erstreckt, einen Besuch und die Lilie, die vom Relax Guide 2017 verliehen wurde, mehr als wert. Wie könnte es anders sein, auch im SPA wird im Althof dem Lebenselexier Wein bzw. der Weintraube eine besondere Bühne gegeben. So können Gäste Infrarot im originalen Barrique-Fass genießen, sanft schwitzen unter einer Weinlaube und erfrischen mit Eis aus dem 600 kg schweren und 300 Jahre alten Pressstein, einer Weinpresse. Wein wird im Althof nicht nur im Glas genossen, sondern in der in Österreich exklusiv im Althof VinoSPA angewendeten SanVino Weinkosmetik auch auf der Haut. Das einzigartige Ambiente eines originalen Kellergewölbes bietet die multisensorische Wohlfühlanwendung „Prickelndes Kellererlebnis“. Der Genuss im Althof VinoSPA kann auch von Einheimischen und Nicht-Hotelgästen in diversen DaySPA-Packages gebucht werden.

Wir setzen unsere Erkundungstour im romantischen Burghof fort, wo ich mich zum Bloggen niederlasse und gleich mit den ersten Beiträgen beginne. In so traumhafter Umgebung lässt es sich arbeiten!

Kulinarischer Tagesausklang im Althof

Nach den bisher erlebten Sinnesfreuden für Körper, Geist und Seele ist nach einem romantischen Abendspaziergang durch die Burganlage der Gaumen dran, und wir nehmen nun endgültig im „Wohnzimmer des Grünen Veltliners“ Platz. Nirgendwo sonst, heißt es unter Weinkennern, sei der Grüne Veltliner derart würzig wie in dieser Region. Das Spiel der Aromen ist ausgeprägt und wird hier liebevoll „Pfefferl“ genannt. Diese typisch österreichische Spezialität ist die am häufigsten angebaute Sorte, speziell im Weinviertel. Sie verzeiht eine Frostnacht, aber nicht mehrere und kann daher in anderen Weinbaugebieten wie zum Beispiel in Deutschland nicht mehr angepflanzt werden. Für viele gehört der Grüne Veltliner demzufolge zur österreichischen Identität.

Kein Wunder, dass sich der Wein mit der speziellen pfeffrigen Würze wie ein roter Faden durch unser Candle Light Dinner auf der Terrasse im Arkadenhof zieht. Mein Freund Arndt erfreut sich am Pfefferl in seinem „Green Tonic“ (Grüner Veltliner serviert mit Eiswürfeln, Tonic Water und Minze), und ich genieße eine Cremesuppe mit Grünem Veltliner, bevor wir uns dem Hauptgang mit Fleisch aus der Region zuwenden.

Die Philosophie des Chefs, seine Mitarbeiter als Mit-Gastgeber zu bezeichnen, zahlt sich aus, denn in jedem Bereich des Hotels treffen wir auf freundliches und zuvorkommendes Personal.

 

Sonniger Start in den neuen Tag

Die Sonne lacht wieder vom Himmel und ausgeruht starten wir am reichhaltigen Weinviertler Genießerbuffet in den neuen Tag. Ofenfrisches Gebäck, Wurst, Schinken und Säfte aus der Region, hausgemachte Kuchen und Marmeladen, frische Vitamine und herrlich Kaffee erwartet die Gäste.

Nach dem herrlichen Frühstück auf der Terrasse im Arkadenhof steht mir Hoteldirektor Bernd Kleinschuster für mein Interview bereitwillig Rede und Antwort.

 

Imposanter Rundblick vom Retzer Rathausturm

Bei so wunderbarem Wetter kommt man am mächtigen Rathausturm nicht vorbei, ohne ihn nicht erklimmen zu wollen. In 30 Metern Höhe befindet sich die Türmerstube und eine Galerie, welche einen herrlichen Ausblick bieten muss. Gesagt, getan – nach 128 Stufen über eine Wendeltreppe eröffnet sich uns ein atemberaubender Blick auf die malerischen Weinberge des Retzer Landes, auf den Marktplatz mit seiner beeindruckenden Größe von 1,2 Hektar, der von oben jedoch sehr verspielt aussieht, auf das Schloss Gatterburg, das Dominikanerkloster und auf das nahe gelegene Nachbarland, nach Südmähren. Von oben sind der Graben, der Wall und die mächtigen Mauern, die einst den Stadtkern bewehrten, sehr gut zu sehen.  Für uns als Althof-Fans der schönste Blick ist allerdings der auf den Dach-Pool des Althof VinoSPAs mit der Windmühle im Hintergrund.

Spaziergang zum Retzer Wahrzeichen

Durch die Windmühlgasse, eine für das Weinviertel typische Kellergasse, und anschließend über einen romantischen Spazierweg durch die Weingärten erreichen wir nach zirka 15 Minuten das Wahrzeichen der Stadt, die Retzer Windmühle auf dem Kalvarienberg. Sie wurde 1772 vom Windmüller Ferdinand Zimer errichtet und befindet sich seit 1833 im Besitz der Familie Bergmann. Seit 1924 steht sie unter Denkmalschutz und wird ausschließlich mit Windkraft betrieben. 1924 stillgelegt, wurde sie 2010 wieder in Betrieb genommen und mahlt heute auf traditionelle Weise Roggen und Weizen zu Mehl. Von April bis Oktober werden täglich Windmühlbesichtigungen angeboten.

Schön langsam melden sich wieder Hunger und Durst, und der „Windmühlen-Heurige“ mit seinen lauschigen Lauben lädt zu einer Rast ein. Der Panoramablick ist überwältigend, die Bedienung freundlich, Speis und Trank reichlich, delikat und das alles auch noch zu moderaten Preisen. Für den Aufenthalt an diesem paradiesischen Ort nehmen wir uns gerne ein „Randl“ oder „Randerl“, wie wir in der Lektion „Retzerisch für Anfänger“ lernen. Der Rand steht nämlich hierzuland für ein kleines bisschen Zeit. Es ist die besondere Form der Muße, die die Menschen im Retzer Land entspannter leben lässt. Wir machen uns diese Muße zu eigen, lehnen uns zurück und genießen die Zeit.

Diesen Geheimtipp behalten wir in Erinnerung und kehren bei Gelegenheit gerne wieder mal zurück.

Bei Einbruch der Dämmerung spazieren wir über den beleuchteten Hauptplatz in Richtung Schloss und lassen den lauen Sommerabend im Gastgarten des Schlosswirts ausklingen.

Eintauchen in den größten Weinkeller Österreichs – der Retzer Erlebniskeller

Unser Timing könnte gar nicht besser sein. Am nächsten Vormittag, wenn bei uns die Besichtigung des größten historischen Weinkeller Österreichs auf dem Programm steht, regnet es. Kein Problem, wir tauchen für die nächsten zwei Stunden ein in die Welt des Weins unterhalb der Stadt. Die unterirdischen Anlagen sind weitläufiger als die Straßen und Gassen oberhalb. Das Kellerlabyrinth erstreckt sich auf einer Gesamtlänge von mehr als 20 Kilometern unter dem Stadtkern. Die bis zu 20 Meter tief gegrabenen Keller sind dreigeschoßig angelegt. Gut, dass ich trotz sommerlicher Temperaturen eine Lederjacke eingepackt habe, die kann ich im 10 – 12 Grad kalten Keller gut brauchen. Bei unserer Gruppenführung besichtigen wir ca. 1000 Meter Keller, was jedoch nur 5 Prozent der gesamten Ausdehnung entspricht. Die Geschichte des Weines wird an mehreren Stationen durch Objekte, Bilder und Ton dargestellt. Kein Getränk verehrten die Menschen mehr als den Wein. Griechen und Römer benannten Götter nach ihm, Pompeji war die Weinmetropole des Römischen Reiches und das Alte Testament bezeichnet Noah als ersten Weinbauern. Kriege wurden um den Wein geführt, Friede und Staatsverträge mit ihm besiegelt. Wein wurde und wird immer noch von vielen als Wohlstand und – in Maßen genossen – als Medizin gesehen.

Auf unserem Weg durch das Kellersystem passieren wir immer wieder Dampflöcher, wie sie auch oberirdisch am Hauptplatz zu sehen sind. Weinpumpen leiteten einst den Wein, der durch Schläuche über diese Dampflöcher in den Keller kam, weiter in die Weinfässer zur Lagerung und Reifung und später auf dem selben Weg wieder aus dem Keller nach oben. Bevor diese Pumpen in den Einsatz kamen, war der Transport des Weines aus dem Keller nach oben sehr mühsam, musste er doch in Kübeln und Butten getragen werden. Angesichts der großen Fässer und Zisternen, die 10.000 Liter Wein beinhalten, können wir uns das Ausmaß dieser Anstrengungen wahrscheinlich nicht mal ansatzweise vorstellen.

Am Ende des Altstadtkellers erreichen wir einen langen Gang, in dessen Nischen sich die sogenannten „Weinheiligen“ verstecken. Genoveva, Fabian und Sebastian, Georg, Urban, Vitus, Jakobus, Sixtus, Michael, Theresia, Martin, Florinus und Johannes – sie alle huldigen dem Wein und weisen den Weinbauern an ihren jeweiligen Lostagen den Weg. Nicht nur für meinen Freund mit seinen 1,96 m Größe heißt es dann und wann „Kopf einziehen!“, auch ich tue vorsichtshalber dasselbe, denn hoch sind die in bloßen Meeressand gegrabenen Stollen wahrlich nicht.

Ein goldener Weinstock neben dem Bildnis des Retzer Bürgers mit einem Weinbauern weist auf den Umstand hin, wie die Retzer eigentlich ihren Reichtum erlangten, indem sie sich den Wein quasi vergolden ließen. Auf ein Privileg zurückgehend, das Kaiser Friedrich III. 1458 der Stadt Retz verliehen hatte, erhielt jeder Retzer Bürger das Recht, mit Wein zu handeln. Die Winzer von zehn umliegenden Ortschaften mussten jeweils bis Martini (11. November) den fertig vergorenen Wein nach Retz bringen. Verkaufen durfte ihn jedoch nur der Retzer Bürger, weshalb die Keller in der Stadt nur mehr der Lagerung und Reifung der Weine dienten.

Anlässlich des „Retzer Weinlesefestes“, das heuer von 22.-24. September stattfindet, putzen die Retzer ein Holzgestell in Form einer Ziege mit knapp 200 Kilo  Weintrauben auf, um dieses beim großen Winzerumzug als „Weinbeergoaß“ zu präsentieren. Gefolgt von 40 – 50 weiteren dekorierten Winzerwagen und Blasmusik zum Hauptplatz. Kaum dort angekommen, findet die wundersame Verwandlung von Wasser in Wein statt, wenn die beiden Brunnen jeweils 250 Liter Weiß- und Rotwein spenden. Nach etwa 2 Stunden ist der Brunnen leer und auch die mühsam aufgeputzte „Weinbeergoaß“ ziemlich angeknabbert. Das „Retzer Weinlesefest“ zählt – neben der „Retzer Weinwoche“ im Juni mit Verkostung von 750 Spitzenweinen aus der Region samt Prämierung – zu den Höhenpunkten des Weinjahres und ist sicher einen Ausflug wert.

Lesen Sie auch meine Reiseberichte über die Weinregionen Gamlitz und Mörbisch!

 

„Österreich ist frei!“

Wien schreibt den denkwürdigen Tag 15. Mai 1955, als im Schloss Belvedere als Abschlusssatz der Dankesrede Figls die erlösenden Worte „Österreich ist frei!“ gesprochen werden –  eines der bekanntesten politischen Zitate der jüngeren Geschichte Österreichs. Hinter einem Eisentor im Retzer Erlebniskeller findet sich ein Zeugnis jener Zeit. Die Flasche mit der rot-weiß-roten Schleife ist ein Überbleibsel der zum Staatsbankett kredenzten Weine. Rotweine aus Retz, die Geschichte schrieben und nicht nur den Unterzeichnern unseres Staatsvertrags – dem Außenminister der Sowjetunion  Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow, dem Außenminister der USA John Foster Dulles,  dem Außenminister Frankreichs Antoine Pinay, dem Außenminister Großbritanniens  Harold Macmillan und unserem Außenminister Leopold Figl – mundeten.

Nach diesem Ausflug in die jüngere Geschichte Österreichs tauchen wir bald wieder aus dem Keller auf, für uns sehr praktisch direkt in der Vinothek im Hotel Althof, die 130 ausgesuchte Weine der „Großlage Retzer Weinberge“ beheimatet. Nach einer kurzen Verkostung edler Tropfen gelangen wir wieder ans Tageslicht. Der Regen hat aufgehört und uns scheint abermals die Sonne. Mit vielen neuen Erkenntnissen über Wein und wunderschönen Eindrücken aus dem Retzer Land reisen wir ab und freuen uns auf die nächste Reise.

 

Mein Ausflugstipp: Mit dem „Reblaus-Express“ durch das Weinviertel

Der Reblaus-Express verbindet auf 40 Kilometern die Reize des Weinviertels mit jenen des Waldviertels und transportiert so die Gäste zu 10 Bahnstationen zwischen Retz und Drosendorf. Natürlich kommt auf der Strecke, die ein Garant für einen erlebnisreichen Ausflug für Groß und Klein ist, auch der kulinarische und vinophile Genuss nicht zu kurz. Der Reblaus-Express wird als Nostalgiezug mit Diesellok, Heurigen- und Fahrradwaggon geführt, die Beförderung von Fahrrädern ist kostenlos. Betriebszeiten zwischen April und Oktober.

Weitere Infos: www.reblausexpress.at

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

IPP-Hotels Landgut & SPA Hotel Althof Retz
Hoteldirektor Bernd Kleinschuster
Althofgasse 14
A - 2070 Retz im Weinviertel
Tel. +43 (0)2942 - 3711
www.althof.at

Weitere Informationen:

Tourismus Verein Retz
Obmann Reinhold GrieblerHauptplatz 30
A - 2070 Retz im Weinviertel
Tel. +43 (0)2942 - 2700
www.retz.at

 

REISEBERICHT: SCHLOSSVILLA MIRALAGO, PÖRTSCHACH AM WÖRTHERSEE

Reiseziel für Verliebte

Mit der Reisebloggerin in der Schlossvilla Miralago

Ganz romantisch vom „Ich“ zum „Wir“ – an den noblen Gestaden des Wörthersees

Heiraten, Flittern und Turteln im Stil der Sommerfrische

Weitläufig als „Honeymoon“ bekannt, bezeichnen die Franzosen die schönsten Wochen eines Brautpaares  als „semaines de plaisir“ (Wochen des Vergnügens), „Luna di miele“ (Honigmond) nennen sie die Italiener, eher pragmatisch die Dänen „Hredebrodsdagen“ (Weißbrottage), „el pan de la broda“ (das Brot der Hochzeit) die Spanier, „semana dos prazeres“ die Portugiesen (Woche der Lustbarkeiten), und die Schweden erfreuen sich schlichtweg an einem „smekmånad“, dem Schmeichelmonat. Welche klingenden Namen sich Liebende auch immer haben einfallen lassen, eines ist sicher. Flittern gehört einfach zur Romantik wie das „Ja“ zum Traualtar! Selten ein Platz, an dem sich in Österreich so stilvoll wertvolle Zeit zu Zweit genießen lässt wie in der Schlossvilla Miralago, einem wahren Juwel am Wörthersee.

Miralago bedeutet „Seeblick“…

„Schlossherr“ Mag. Johannes Muchitsch, seines Zeichens Vermögensberater, Koch aus Leidenschaft und Gastgeber, bereitet mir einen herzlichen Empfang, und ich inspiziere mein Zimmer. Oder besser gesagt, meine Wohneinheit, die aus Wohn- und Schlafzimmer sowie einem äußerst geräumigen Bad mit eigener Jacuzzi-Whirlpool Badewanne besteht. Der Blick aus dem Fenster verleitet sofort zum Träumen, im berühmten Wörthersee-Türkis präsentiert sich der See hier in der Pörtschacher Ostbucht, die aufgrund ihrer Ruhelage als die wohl schönste Bucht gilt. Einfach nur idyllisch, dieser „Seeblick“!

Wie ich vom Hotelchef gleich erfahre, lässt sich der Wert einer Seeliegenschaft mit dem Ausblick, den sie bietet, bemessen, wobei der Blick auf das malerische Maria Wörth besonders hoch im Kurs steht. Eröffnet sich zugleich noch die Sicht auf Velden, wie dies an manchem Plätzchen in der exklusiven Pörtschacher Ostbucht der Fall ist, hat man es hierbei mit den wertvollsten Lagen des Wörthersees zu tun.

Die Atmosphäre mutet sehr persönlich und luxuriös an. Kein Wunder, bietet die Villa in nur sechs Suiten und sechs Doppelzimmern Platz für höchstens 26 Gäste. Fast fühlt man sich ein bisschen wie eine Prinzessin, der von ihrem Hofstaat die Wünsche von ihren Lippen abgelesen werden. Doch eigentlich bin ich im Moment ohnehin wunschlos glücklich.

Beim Rundgang durch das Haus bemerke ich, dass nicht nur in meinem Zimmer ein TV-Gerät oder sonstige High Tech-Anlagen fehlen, auch Designermöbel sind in diesen altehrwürdigen Hallen nicht zu sehen. Kein Hotel im üblichen Sinn also. Ich muss zugeben, dass mir dieses Konzept gefällt. Wer will hier schon vor der Flimmerkiste sitzen? Zugegeben, mit einer Ausnahme. Heute steht das EURO-Spiel mit Island auf dem Programm, und bei solch weltbewegenden Ereignissen findet sich dann doch ein Fernseher im Schloss. Wie beruhigend, aber danach schweift mein Blick doch gleich wieder viel lieber hinaus in den malerischen Park. Wenn ich diese überwältigende Aussicht auf den See genießen kann, setze ich mich abends an den weitläufigen Strand oder ins romantische Bootshaus und sehe dann im wahrsten Sinne des Wortes „fern“. Es ist der Hauch der großen Blütezeit der Wörthersee-Sommerfrische, der in den Zimmern und im ganzen Haus zu spüren ist. Wie in alten Gemäuern üblich, regelt die großzügige Architektur das Klima von selbst und macht eine Klimaanlage überflüssig. Im Spätherbst laden Kachelöfen zum gemütlichen Verweilen ein.

Die Schlossvilla Miralago wurde nach den Plänen des Architekten Carl Langhammer im Jahr 1893 als „Villa Urban“ für die wohlhabende Wiener Unternehmerfamilie Ludwig Urban erbaut. Gemeinsam mit dem engsten Freundeskreis genoss man die Lebenslust der „Sommerfrische“ von der Frühlingsmitte bis zum Herbstausklang. Die Gartenfeste in der Villa waren legendär, und eine Einladung von Ludwig Urban bedeutete für den Gast eine große Ehre.

Am nächsten Tag lacht die Sonne bereits ab den frühen Morgenstunden vom Himmel, und dieses südliche Lebensgefühl erweckt in mir die „Lust auf Wörthersee“. Entspannte Stunden verbringe ich am weitläufigen Privatstrand und freue mich über Vogelgezwitscher als Begleitmusik . Die Wassertemperatur ist mehr als nur angenehm, und so plantsche ich mit Genuss in der liebsten „Badewanne“ der Österreicher. Und bald schon werde ich vom Hotelchef, der nun in die Rolle des Kapitäns wechselt, zu einer Bootsfahrt durch die Pörtschacher Bucht entführt.

 

Die berühmte Wörthersee-Architektur

„Schlossherr“ Muchitsch dreht mit mir eine Runde mit dem Boot und verschafft mir somit einen schönen Eindruck der berühmten Wörthersee-Architektur. Majestätisch liegen sie vor mir, diese imposanten Villen, die zwischen den 1840- und den 1890er-Jahren für wohlhabende Wiener erbaut wurden, und Pörtschach somit zum mondänsten Badeort Österreichs avancierte. Großbürger, Adel und Künstler wie Brahms oder Mahler suchten hier Erholung, Gesellschaft und Inspiration. Mit der Eröffnung der k.u.k. Südbahn 1864 gelangten unsere Hauptstädter bequem nach Kärnten, und die Zeit der „Sommerfrische“ war eingeläutet. Stets wurden die Villen mit Bezug zum See und zur Natur konzipiert, die wunderschön gestalteten Parkanlagen um die Bauten sowie die Boots- und Badehäuser direkt am Wasser zeugen auch heute noch davon. Neben Carl Langhammer, dem Erbauer der Villa Miralago, taucht auch immer wieder der Name Franz Baumgartner auf, der als wichtigster lokaler Vertreter der Architekten des sogenannten „Wörthersee-Stils“ gilt.

Als ganz besonderes Juwel wird das berühmte Villen-Ensemble in Pörtschach betrachtet, zu dem neben der Schlossvilla Miralago auch noch die Villa Wörth, die Villa Seehort und die Villa Seefried gehören. Diese Bauten repräsentieren zugleich das am besten erhaltene Villenensemble Kärntens.

Mir machen Halt vor der „Villa Flora“ und sehen, dass unterschiedliche Epochen und Baustile sehr wohl nebeneinander existieren und  und vor allem auch harmonieren können. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die heute modernste Villa am See, ein Glanzstück der modernen Wörthersee-Architektur.

 

Köche aus Leidenschaft

Da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, fokussiert sich der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Topkoch Johannes Muchitsch nicht nur auf das kulinarische Verwöhnen verliebter Paare, sondern setzt ein mutiges Statement in der Gourmetszene. „Bei mir gibt es das zu essen, was ich selbst gerne esse und was wir in der Familie in unserer langen privaten Kochtradition auf dieses für uns beste Niveau gebracht haben. So wie es uns am besten schmeckt, servieren wir es auch dem Gast, und freuen uns, wenn es ihm dann ebenso schmeckt“, bringt Muchitsch seine Philosophie auf den Punkt. Der Erfolg gibt ihm recht, und das Lob seiner besonders anspruchsvollen und weitgereisten Gäste, die extra für seine Gänseleber oder sein Kalbsfilet an den Wörthersee kommen, ist für ihn wie Balsam auf seiner Seele. Das Nationalgericht Kärntner Kasnudel wird man vergeblich auf der Karte suchen, zum Stil des Hauses passend werden stattdessen Salbeiravioli kredenzt, da sie mit mehr Finesse zubereitet werden könnten. Auch interpretiere man nicht immer seine Gerichte neu, auf die Beständigkeit der Qualität käme es an, verrät mir Johannes Muchitsch. Die Küche im Miralago sei berühmt für ihre konstante und maximal nach oben abweichende Qualität, und so bekäme der Gast ein Gericht immer wieder in der gewohnten Qualität. Das Versprechen: jeder Bissen ein Genuss mit Wow-Effekt – ich bin gespannt und begebe mich ins Bootshaus zum „Romantik-Dinner“, zu dem der Hotelchef geladen hat.

Da ich in allererster Linie mal ein visueller Typ bin, erfreue ich mich gleich beim Eintreffen schon am Genuss, der für das Auge geboten wird. Liebevolle Dekoration mit Kerzchen, die mir den Weg ins Bootshaus weisen, dann der Tisch mit Rosenblättern im Kerzenschein. Und phänomenal die Aussicht! Maria Wörth scheint zum Greifen nah, das gegenüberliegende Seeufer erstrahlt im Glanz der Abendsonne. Nach dem Prosecco beginnen wir unser 5-gängiges Menü mit Gänseleber mit Apfel und schwarzer Nuss, ein Gedicht! Bereits am Boot hat mir Herr Muchitsch erklärt, dass es Teil seiner Philosophie sei die Gäste mit puren Geschmackserlebnissen zu verwöhnen. Drei Geschmäcker am Teller würden reichen, diese pur und ohne Firlefanz wie Blüten oder sonstige Verzierungen. Nun weiß ich, wie er das meinte und genieße es. Weiter geht es mit Carpaccio und Ruccola, bevor wir uns die köstlichen Jakobsmuscheln auf der Zunge zergehen lassen. Als Hauptgang wird zartes Kalbsfilet mit grünem Erbsenpüree serviert, jeder Gang natürlich immer mit der passenden Weinbegleitung. Vor dem Dessert weist mich Johannes Muchitsch darauf hin, dass beim „Romantik-Dinner“ für Gäste nun der große Augenblick gekommen wäre, in dem der Bräutigam vor seiner Angebeteten auf die Knie ginge und die Frage aller Fragen stelle. Ja, ein wahrhaft märchenhafter Ort. Das Farbenspiel des Abendrots, das mittlerweile die gegenüberliegenden Karawanken leuchtend eingefärbt hat, bietet einen stimmungsvollen Rahmen für das Anstecken des Ringes. Hier werden sicher die Augen künftiger Bräute zum Glänzen gebracht, und sollte in diesem Ambiente eine „Nein“ sagen, so war es mit Sicherheit nicht die Frau fürs Leben! Doch derartiges sei an dieser Location noch nie vorgekommen, versichert mir der Chef des Hauses schmunzelnd. Den Abschluss unseres Dinners setzt ein erfrischendes Sorbetto. Fragen Sie sich eigentlich schon, wer diese Köstlichkeiten zubereitet hat, wenn ich doch mit dem Chef hier diniere? Es ist fast nicht zu glauben, aber unser Menü wurde tatsächlich von einem 16 Jährigen gezaubert! Lukas Muchitsch, der Sohn des Hauses tritt in die Fußstapfen seines Vaters, ist bereits als Sous Chef tätig und heute der Künstler in der Küche. Diesen Namen werden wir uns merken müssen, denn er wird uns gewiss irgendwann wieder begegnen. Irgendwo am Koch-Olymp zwischen Los Angeles und dem Wörthersee!

Romantische Zeit zu zweit

Ja, die kann man an diesem atemberaubenden Ort wirklich genießen! Innige Momente in lauschiger Atmosphäre – Hand in Hand im Mondschein am Strand, ganz romantisch beim privaten Dinner im Bootshaus oder kuschelig in den wohligen Fluten des Jacuzzi – erwarten verliebte Paare in diesem Paradies. Und für alle, die sich ihrer Liebe schon sicher sind fürs ganze Leben: ein außergewöhnlicher Platz zum Heiraten!

Heiraten in der Schlossvilla Miralago

Verliebt, verlobt, verheiratet! So romantisch schließt man hier den Bund fürs Leben. Die standesamtliche oder symbolische Trauung kann direkt am See, im bezaubernden Bootshaus oder in der Bibliothek der Villa abgehalten werden. Auf Wunsch ist auch eine kirchliche Trauung in der Villa möglich, oder das Brautpaar setzt mit dem Boot direkt vom Steg zur Kirche in Maria Wörth über. Der malerische Park mit Strandbar, Steg, Bootshaus und Hochzeitszelt bildet die perfekte Kulisse für ein rauschendes Hochzeitsfest.

 

Trotz strahlendem Sonnenschein, wohlig warmer Wassertemperaturen und südlichem Dolce Vita-Feeling heißt es für mich wieder Abschied zu nehmen. Von der Sonne wachgeküsst, lasse ich mir noch einmal das Miralago Gourmet Frühstück im Park schmecken, bevor ich mich auf den Heimweg in Richtung Norden mache.

Mein Resümee: die Schlossvilla Miralago ist ein echter Geheimtipp für Romantiker und anspruchsvolle Gäste, die in luxuriöser Privatsphäre Gelassenheit, Entschleunigung und Genuss suchen. Und das vom Frühjahr bis in den Herbst!

Lesen Sie auch meinen Reisebericht über Velden am Wörthersee!

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

Schlossvilla Miralago
Mag. Johannes Muchitsch
Hauptstraße 129
A-9210 Pörtschach am Wörthersee
Tel. +43 (0)4272 2430
www.miralago.at

REISEBERICHT: HOTEL SCHWEIZERHOF, ST. MORITZ

Reiseziel für Jetsetter

Mit der Reisebloggerin im Hotel Schweizerhof

„Allegra“!

Luxuriöse „Winterzückerli“ in der schillerndsten Alpindestination der Welt:

Das Hotel Schweizerhof St. Moritz macht seinen Gästen den Hof – seit über 100 Jahren…

Trägt ein Ort das „Ritz“ schon in seinem Namen, kann mich hier nur ein exklusiver, schillernder Aufenthalt erwarten.Bereits bei meiner Anreise am Weg zum Hotel zieht mich das Flair von St. Moritz in seinen Bann. Noch im Auto sitzend, kann ich meinen Blick kaum von den glamourösen Schaufenstern und Hotelpalästen abwenden, ich bin angekommen im mondänsten „Dorf“ der Welt.

Mein Reiseziel, das traditionsreiche Hotel Schweizerhof St. Moritz liegt direkt im Zentrum und ist nicht zu übersehen. Ich betrete das stilvolle Haus und tauche ein in die glanzvolle Zeit der Belle Epoque.

Das Direktorenpaar als Weihnachtsengel

Das Hotel Schweizerhof befindet sich im Besitz der Gräfin Helene von Gugelberg, die in Maienfeld das älteste Weingut Europas auf Schloss Salenegg betreibt. Als ihre Statthalter in St. Moritz agieren Yvonne Urban-Scherer und Martin Scherer. Das erklärte Ziel des Direktorenehepaars ist es, den Tag der Abreise eines Gastes zum ersten Tag seiner bevorstehenden Rückkehr zu machen. Diese Vision gefällt mir, und so wie ich das Haus erlebe, bin ich mir sicher, dass dies auch bei den allermeisten Gästen zutrifft. Herr und Frau Scherer machen den Aufenthalt im Schweizerhof zu einem wahren Erlebnis!

Da der Heilige Abend nicht mehr fern ist, erlebe ich das Direktorenpaar bei seiner Arbeit als Weihnachtsengel. Und schon bald erstrahlt der Weihnachtsbaum in seinem vollen Glanz!

Mein Zimmer in der vierten Etage lässt mich kurz sprachlos werden, sprachlos vor Begeisterung. Es präsentiert sich hell und freundlich im Glanz der Engadiner Sonne, und der Blick auf den St. Moritzer See und die Berge ist einfach überwältigend. Auf diesem Balkon könnte ich ewig sitzen und in die Ferne schauen, doch ich habe noch so vieles vor.

Dieses Panorama, dieses Licht! Welch grandioser Blick von meinem Balkon…..

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Der Direktor erzählt mir nicht ohne Stolz als berühmtesten Gast Roger Moore begrüßt zu haben, das erste Mal vor 20 Jahren anlässlich einer Filmpremiere von Willi Bogner und das zweite Mal erst vor kurzem. Das Thema des Films war damals „White Magic“ und Roger Moore brauchte unbedingt weiße Moonboots, die Herr Scherer, damals noch nicht Direktor des Hauses, für ihn besorgen durfte. Auch Otto Rehhagel sei schon mal hier im Schweizerhof untergetaucht, dank Diskretion der Mitarbeiter konnte er nicht aufgespürt werden und seine Zeit in Ruhe genießen.

Überhaupt sei der entspannte Umgang mit Prominenten ein wesentlicher Faktor dafür, warum diese so gern hier Urlaub machen würden. Herr Scherer erzählt mir von einem Ausflug mit seiner Familie mit dem Zug von St. Moritz zum „Schlitteln“ – so nennt man hier das Rodeln – in Richtung Chur. Dabei entdeckte Familie Scherer einen Zuggast, der ihr irgendwie bekannt vorkam. Beim Aussteigen ging das Licht auf und man merkte, dass es kein geringer als Hugh Grant war, der schräg gegenüber saß. Keiner habe ihn belästigt, keiner habe nach ihm gefragt und genau das würden die Prominenten an der Schweiz schätzen.

Natürlich gäbe es auch bei den bekannten Gäste solche, die die Öffentlichkeit suchten, aber auch jene, die die Abgeschiedenheit liebten und schließlich sei es diese Mischung, die den Reiz von St. Moritz für sie ausmache, so der Hoteldirektor.

Weiter geht es auf die Sonnenterrasse, die mit demselben spektakulären Blick wie mein Balkon begeistert. Im Dachgeschoss befindet sich außerdem eine tolle Erholungslandschaft mit Sauna, Dampfbad, Solarium und Ruheraum.

Hotelrundgang mit Frau Benkert

Die Hotelhalle ist ein Juwel der Belle Epoque, die Decke im Segantini Saal, der als Speisesaal für die Hotelgäste genutzt wird, malte einst Gottardo Segantini. Den Grundstein für eines der ältesten Hotels in St. Moritz legte im Jahr 1897 Conradin von Flugi, erst als viergeschoßiges Haus konzipiert, viel später wurden noch zwei Stockwerke aufgesetzt. Die antiken Stühle und Truhen, die mir in jeder Etage auffallen, stammen noch von den englischen Gästen aus dem Fin-de-Siécle des vorletzten Jahrhunderts, die so lange auf Winterurlaub in St. Moritz weilten, dass sie dafür ihre eigenen Möbel aus England im Gepäck mitführten und diese schließlich im Hotel zurückließen. So kommt es, dass heute noch elegantes Jugendstil-Interieur auf moderne Architektur trifft und jedes Stück im Haus eine Geschichte zu erzählen hat.

Das Spezialiätenrestaurant „Acla“ und die Gartenterrasse „Acla Giardino“ gelten als Treffpunkt für Feinschmecker und Liebhaber der regionalen und französisch inspirierten Küche.

Stilvoller Tagesausklang im Schweizerhof

Beim erlesenen Dinner im Segantini Saal, bei dem ich Kreationen von Küchenchef Christian Ott, serviert von Restaurantleiter Reinhard Hofmann genieße, komme ich ins Gespräch mit einer Familie aus Venezuela, die ihren Winterurlaub mit mittlerweile drei Generationen jedes Jahr hier im Haus verbringt. Sie seien via Miami und Zürich angereist, erzählt mir die Dame. Ich zeige mich begeistert über so viel Freude am Skifahren, dass man eine derartig weite Reise dafür auf sich nimmt. Da soll noch mal einer sagen, dass für Österreicher die Anreise zum Skifahren in die Schweiz zu weit wäre. Dieses Argument lasse ich nicht mehr gelten! Im Moment beherbergt das Hotel Gäste aus der Schweiz, aus Deutschland, aus Russland, aus den USA und – wie gesagt – aus Venezuela. Und mich als Österreicherin nicht zu vergessen.

Das Nachtleben in St. Moritz ist legendär, Champagnerlaune im Champagnerklima ist dann angesagt. Auch unter den Einheimischen hat sich das Hotel einen Namen als Dreh- und Angelpunkt des Nachtlebens von St. Moritz gemacht. Gleich drei Bars garantieren für Unterhaltung auf höchstem Niveau. Während die rustikale „Stübli“-Bar die Gäste mit Live-Gitarre in Pub-Atmosphäre unterhält, ist die „Piano-Bar“ die wohl beschwingteste Bar von St. Moritz, nicht zuletzt wegen der erstklassigen Livemusik und den spritzigen Cocktails. Sie ist eleganter Treffpunkt für den typischen St. Moritz-Gast im Winter, der zum Champagner eine wohlschmeckende Zigarre genießen möchte. Und flott geht es auch in der trendigen „Muli-Bar“ zu.

Als ebenfalls Klavierspielerin erfreue ich mich an den Darbietungen von Schweizerhof-Pianist Renato Falerni, der meine Wünsche zu seinem Programm macht. Doch bitte hören Sie selbst:

„Something stupid“ mit Renato Falerni

„Fly me to the moon“ mit Renato Falerni

 

Spaziergang durch das mondänste „Dorf“ der Welt

Bei meinem Spaziergang durch den Ort treffe ich an vielen Plätzen auf Zeitzeugen einer bereits großen Vergangenheit. Es ist herrlich, zu sehen, dass dies kein in den Berg gestampfter moderner Wintersportort mit geschmackloser Architektur ist, sondern ein Ort, der Natur, Tradition und Lifestyle harmonisch miteinander verbindet. Kein Wunder, befinde ich mich hier doch in der Wiege des Wintersports! In St. Moritz darf man bereits auf 150 Jahre Wintertourismus zurückblicken. Der Winter 1864/65 gilt als Geburtsstunde des Wintertourismus, als der Engadiner Hotelier Johannes Badrutt seine berühmte Wette mit seinen englischen Sommergästen einging, die da lautete:

«Der Winter im Engadin sei voller Sonnenschein und viel angenehmer als jener in England. Um dies selbst zu erleben, lade er sie in sein Hotel ein. Sollten sie nicht zufrieden sein, übernehme er auch die Reisekosten. Diesen Vorschlag machte der Engadiner Hotelier Johannes Badrutt im Herbst 1864 den letzten verbliebenen englischen Sommergästen.
Die Engländer kannten den kalten und feuchten Winter in England und konnten sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es in den Schweizer Alpen anders sein sollte. Sie kamen dennoch zur Weihnachtszeit ins Oberengadin – und reisten erst nach Ostern wieder heim. Braungebrannt, erholt und glücklich. Sie waren die ersten Wintertouristen der Alpen und sie entdeckten eine neue Welt: die weissen Winterferien. Der Wintertourismus in den Alpen war lanciert.»

St. Moritz – eine Legende war geboren!

Irgendwie scheine ich mich immer ganz besonders in die Orte zu verlieben, an denen in der Belle Epoque die Engländer ihre Ferien verbrachten, sommers wie winters. Sie hatten einfach Geschmack, das muss man den Inselbewohnern lassen! Und genauso wie ich es auch in meinem Beitrag über Nizza geschrieben habe, ist St. Moritz für mich eine Destination, die sich über all die Jahre nicht verändert hat, nichts von ihrem Charme eingebüßt hat. Mein letzter Besuch hier liegt schon etliche Jahre zurück, aber dies ist ein Ort, der weiß welche Faktoren seinen Erfolg ausmachen und diese auch nicht verändert oder mutwillig irgendetwas „anders“ machen möchte. St. Moritz lebt von seiner Tradition, seinem Weltruf als Jet-Set Mekka, seiner glanzvollen Vergangenheit, Gegenwart und sicher auch Zukunft. Ich finde es schön, wenn man sich seiner eigenen Werte bewusst ist und diese über den Lauf der Zeit erhält.

The St. Moritz Design Gallery

Am Weg zum See passiere ich die satirische Design Gallery, „St. Humoritz“. Die Karikaturisten der italienischen Schweiz „Vignettisti della Svizzera Italiana“ werfen einen frechen Blick auf den Weltkurort St. Moritz und spielen mit den bekannten Klischees. Mit dem Mittel der Satire wird einem ein Lächeln abgerungen, denn die Zeichner treffen mit ihren Kunstwerken schon voll ins Schwarze.

Was ist angesagt in St. Moritz?

Was ist Trend in der Via Serlas, der höchstgelegenen Shoppingmeile Europas mit der größten Dichte an Top-Marken?

Für die Dame natürlich Pelz in allen Variationen und Farben. Vom violett gefärbten Nerz über grauen Chinchilla in verspielter Optik bis zur Kapuzenjacke aus dunkelrotem Tibetlamm, viele Mäntel sehe ich auch mit schmalem Gürtel getragen. Pelz so weit das Auge reicht, auch wunderschön zur Handtasche verarbeitet. Bei den Kleidern glitzert und glänzt es aus den Schaufenstern der großen Designer, Gold ist eindeutig die Farbe von St. Moritz. Nicht umsonst wird der Ort als die schillerndste Alpindestination der Welt bezeichnet. Pelz, Glitzer und Juwelen – hier findet sich wirklich alles, was nicht nur das Russinnenherz begehrt.

Neben dem Maserati-Store erspähe ich die Vito Schnabel-Gallery, hoppla – diesen Namen kennt man doch aus der Yellow Press. Es würde mich nicht wundern, wenn Heidi auch noch irgendwo auftauchen würde. Bei meinem Spaziergang habe ich den Eindruck ihr begegnet zu sein – mit Mütze und Sonnenbrille zwar, aber irgendwie bilde ich mir ein sie erkannt zu haben. Und wie ich später erfahre, weilt sie tatsächlich mit Vito gerade hier. Also, richtig erkannt!

Apropos Heidi – die Schweizer Heidi, meine Freundin aus Kindheitstagen, die durch den aktuellen Kinofilm derzeit ein Revival erlebt, stammt aus dieser Gegend. Gedreht wurde übrigens hier in den Bergen Graubündens.

Modebewusste Herren kombinieren auffällige Pelz-Boots zum eleganten Anzug, generell dominiert die Farbe Schwarz die Herrenmode im Society-Mekka.

Und was kann es nur in St. Moritz geben? Auf die Piste ebenfalls im Pelz! Und den nicht bloß als Besatz oder als Mütze, nein. Mondäne Skifahrer verzichten auch über dem Skianorak nicht auf ihr geliebtes Pelzcape. Es sieht ja sehr schick aus, aber zum Skifahren selbst würde ich es doch ein bisschen unpraktisch finden. Hält es auch höherer Geschwindigkeit Stand? Angesichts der Tatsache, dass ohnehin nur 31% der Wintergäste nach St. Moritz zum Skifahren kommen, beantwortet sich somit meine Frage.

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Glitzer & Glamour in der schillerndsten Alpindestination der Welt

Prickelnd wie Champagner….

Obwohl ich meinen Spaziergang bei niedrigen Temperaturen so um die 0 bzw. maximal 1 Grad startete, wird mir warm und immer wärmer. Ich werde stutzig, denn soooo anstrengend dürfte der Rundgang doch nicht sein, dass ich mich mit der Zeit meiner Winterklamotten entledige und schließlich ohne Mütze, ohne Schal und mit der Jacke am Arm ins Hotel zurückkehre. Mein Gefühl sagt mir, dass es so an die 20 Grad plus haben müsste und ganz verwundert, warum denn bei diesen Temperaturen der See zugefroren sein könne, frage ich im Hotel nach. Frau Benkert klärt mich mit einem Lächeln auf, dass es bei weitem keine 20 Grad hätte, sondern ich in den Genuss des berühmten St. Moritzer Champagnerklimas gekommen wäre. Durch die geringe Luftfeuchtigkeit spüre man die Sonne viel stärker als in anderen Regionen im Winter und so käme es in St. Moritz immer wieder vor, dass selbst bei Minusgraden die Gäste ohne Jacke in der Sonne säßen. Durch das trockene Klima fühlten sich minus 10 Grad ganz anders an als in Deutschland oder in Österreich. Deshalb sei auch der See zugefroren, und das berühmte Polo konnte bisher noch jedes Jahr tatsächlich auf dem See stattfinden. Die Luft glitzert, als ob sie aus Millionen zartester Schneesterne bestehen würde, prickelnd wie Champagner. Ich bin hellauf begeistert und kann nicht genug kriegen von diesem einzigartigen Champagner-Klima!

Skivergnügen auf der Corviglia

Der Berg ruft! Genau genommen ist es die Corviglia, die mich ruft. Der Hausberg und Klassiker des Weltklasse-Skiortes ist ein „Muss“ für den Skifahrer, und so setze ich meine Schwünge in den in der Sonne glitzernden Schnee. Zugegeben, nicht alles ist Natur, aber durch die tiefen Temperaturen der letzten Zeit und vor allem nachts konnten die Pisten gut beschneit werden. Einzig der Blick ins “Tal”, das ja immerhin auch noch auf einer Seehöhe von 1.800 Metern liegt, mutet etwas frühlingshaft an, aber egal. Die Pisten sind gut befahrbar, die Sonne verwöhnt mit wärmenden Sonnenstrahlen – Herz, was willst du mehr? Breite, schöne Hänge, aber auch steile Strecken für Könner machen den Reiz der Corviglia aus. Hier muss ich mich anstrengen, um mithalten zu können, aber da ich eine Genussfahrerin bin, verzichte ich auf die Geschwindigkeit der Einheimischen und gebe mich geschlagen. 100 Weltcup-Punkte für die Schweiz, womit die Ordnung wieder hergestellt wäre.

Der “freie Fall” – das Markenzeichen der Pista Corviglia

1934, 1948, 1974, 2003 und das nächste Mal 2017 wird die Ferienregion Engadin St. Moritz wieder Gastgeber der FIS Alpinen Ski Weltmeisterschaften sein. Der “freie Fall”, das Markenzeichen der Pista Corviglia, wird auch dann wieder einigen der weltbesten Skiläufer gehörige Angst einjagen. Und deshalb bin ich gut beraten, diese berühmt-berüchtigte Stelle im Skigebiet zu meiden. 45 Grad Neigung, der Start der Ski-Abfahrt in St. Moritz ist der steilste der Welt. Nirgendwo sonst stürzen sich die Abfahrer über eine steilere Piste, innerhalb von nur 6 Sekunden sind sie von Tempo 0 auf Tempo 140 km/h, schneller als mancher Rennwagen. Und wie sehen sie das, die harten Männer des Skisports? Sogar Weltmeister Didier Cuche muss zugeben, sich beim ersten Mal mit einem mulmigen Gefühl aus dem Starthaus katapultiert zu haben. “Die ersten 20 bis 30 Meter fühlen sich hier tatsächlich an wie ein freier Fall”, so die Schweizer Skilegende.

Besonderes „Zückerli“ für Skifahrer im “Top of the World”-Skigebiet Engadin-St. Moritz

Wer meint, St. Moritz wäre nur exklusiv oder nur versnobt, der irrt. Sportlich gesehen, ist es ein hervorragendes Skigebiet mit Abfahrten aller Levels und auch ein Paradies für Langläufer. Und bei dem sensationellen Angebot, das die Engadiner Hoteliers bereits im vierten Winter ihren Gästen bieten, kostet der Tagesskipass nur einen Bruchteil der edlen Champagnerflaschen.

Dieses “Winterzückerli” der besonderen Art offeriert das Hotel Schweizerhof während der gesamten Wintersaison 2015/16. Gäste, die länger als eine Nacht buchen, erhalten den Skipass für dieses Top-Skigebiet um nur CHF 35.- (ca. € 32.-) pro Person und Tag während der gesamten Aufenthaltsdauer. Ein Angebot, das nicht nur mich hellauf begeistert!

Hervorragende Pistenverhältnisse im Dezember 2015!  —> zum Videoclip

„Champagner-Notruf“ aus der Klinik

Dass man beim Wintersport auch mal etwas unsanft landen kann, ist hinlänglich bekannt. Doch auch für diesen – für Sie hoffentlich nie eintreffenden – Fall zeigt sich St. Moritz mit einer Klink von Weltruf bestens gerüstet. Mit der benachbarten Klinik Gut unterhält das Hotel Schweizerhof eine Kooperation in mehreren Bereichen, so erhalten Angehörige für ihren Aufenthalt besondere Konditionen, daß sie in der Nähe der Patienten sein können. Aber auch Ärzte, die als Spezialisten für geplante Operationen aus aller Welt in die Klinik geholt werden, nächtigen im Schweizerhof. Saisonbedingt häufen sich zu bestimmten Zeiten gewisse Operationen, wenn sich Gäste an der Schulter oder an der Hüfte verletzen, und dann werden die 25 Betten der Klinik knapp. In diesen Fällen stellt das Hotel Zimmer für Patienten zur Verfügung, die nach einer OP noch zur Beobachtung bleiben müssen. Ebenso kümmert sich der Schweizerhof  auch um das leibliche Wohl der Patienten und beliefert Klinikgäste auf Wunsch mit seinen kulinarischen Leckerbissen und natürlich mit Champagner. Wie könnte es in St. Moritz anders sein? Selbst in der Klinik lautet die Devise: Champagner anstatt Tee!

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Mein Aufenthalt im Engadin war großartig. Noch ein letzter Blick auf den See, auf die Berge und noch einmal den Duft der großen Welt einatmen, dann trete ich mit vielen bleibenden Eindrücken meine Heimreise an.

Uf Wiederluege, Ciao, A revair und Auf Wiedersehen, Schweiz!

Lesen Sie auch meinen Reisebericht über Pontresina!

Einsendeschluss ist der 8. Januar 2016. Unter allen richtigen Einsendungen verlose ich ein typisches süßes Stück Schweiz. Den Gewinner/die Gewinnerin finden Sie nach der Ziehung hier. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihre Daten dienen nur diesem Gewinnspiel und werden für keine anderen Zwecke genutzt.

GEWINNER: Christian Schneider, Wien

Mit freundlicher Unterstützung von:

Hotel Schweizerhof St. Moritz
Yvonne Urban-Scherer und Martin Scherer
Via dal Bagn 54
CH-7500 St. Moritz
Tel. +41 81 837 07 07
www.schweizerhofstmoritz.ch

 

Tourismus Organisation Engadin St. Moritz
Via San Gian 30
CH-7500 St. Moritz
Tel. +41 81 830 08 19
www.engadin.stmoritz.ch

 

 

REISEBERICHT: HOTEL ALBRIS, PONTRESINA

Reiseziel für Wintersportler

Mit der Reisebloggerin im Hotel Albris

„Allegra“!

„Winterzückerli“ im inspirierenden Engadin:

Auftanken in der persönlichen Atmosphäre des Hotel Albris in Pontresina

Nach meiner Anfahrt über Landeck, Scuol, Zernez und Samedan durch das dreisprachige Engadin liegt das Ziel meiner Reise vor mir. Das malerische Gletscherdorf Pontresina, reizvoll eingebettet zwischen den höchsten Gipfeln der Ostalpen – Piz Bernina, Piz Palü, Roseg und Languard. Das Tal ist zwar nur leicht angezuckert, aber die Gipfel laden zum Wintersport ein. Einzig die Temperatur irritiert mich beim Aussteigen – frühlingshaft, auch hier? Und das ein paar Tage vor Weihnachten? Jedenfalls lässt mich das herrliche Wetter noch in den Genuss eines wunderschönen Sonnenunterganges kommen.

 

Im Hotel Albris wird mir ein freundlicher Empfang bereitet, was mir gleich beim Ankommen Gemütlichkeit in gediegenem Rahmen verspricht. Wie schön, ich freue mich auf meinen Aufenthalt und beginne gleich mit meiner Erkundungstour durchs Haus. Mit 68 Betten hat das Hotel eine sehr überschaubare Größe und begeistert mit persönlicher Atmosphäre.

Die mit viel Holz gefertigten Zimmer setzen auf Nachhaltigkeit, wohlriechendes Bündner Lärchenholz sorgt für ein angenehmes Ambiente und wohlige Wärme. Ein Teller mit selbstgebackenen Keksen versetzt mich in Weihnachtsstimmung, auch wenn es draußen alles andere als stürmt und schneit. Eine nette Geste, die auch noch besonders gut schmeckt.

Die Wellness-Oase, bestehend aus Dampfbad, Sauna, Bio Sauna, Solarium, Fitness- und Ruheraum mit herrlichem Blick auf die Berge, wurde nach den Richtlinien von Feng Shui konzipiert und tut richtig gut nach einem langen Ski- oder Wandertag.

Die „Kochendörfer Engadinertorte“, das Original

Spannend ist die Führung durch die Backstube mit Hotelchef Claudio Kochendörfer, denn nicht nur hier liegt der Duft von frischen Brötchen in der Luft.

Oscar Kochendörfer sen., der Großvater der jetzigen Direktoren Stephanie und Claudio, erfand vor über 80 Jahren die auch heute noch weit über die Grenzen hinaus beliebte Spezialität des Hauses, die Original „Kochendörfer Engadinertorte“. Während des Zweiten Weltkrieges kostete die Torte 4,50 Franken und Kunden mussten Butter-Rationierungsmarken von 150g beilegen.

Die Kochendörfer Bäckerei beliefert sämtliche Hotels der Region mit Brot und ihren köstlichen Backwaren. Und Gäste, die den Genuss der Original Engadinertorte auch zuhause nicht missen möchten, können diese online unter www.engadinertorte.ch bestellen. So verlassen pro Jahr stolze 22.000 Exemplare dieser Spezialität die Konditorei.

Familie wird groß geschrieben im Hotel Albris, so wird der Betrieb nun schon in vierter Generation von der Familie Kochendörfer geleitet. Das Geschwisterpaar Stephanie und Claudio Kochendörfer führt das Erbe seines Urgroßvaters, des Württembergers Fritz Kochendörfer, der 1896 mit seiner Frau Hermine den Grundstein legte, mit spürbarer Leidenschaft für den Hoteliersberuf fort. Um die Zukunft des Familienbetriebs muss man sich keine Sorgen machen, mit 3 – zugegeben noch kleinen – Kindern scheint die fünfte Generation bereits gesichert zu sein.

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Die Hoteldirektion – das Geschwisterpaar Stephanie und Claudio Kochendörfer

Familie Kochendörfer spricht privat Deutsch, mit ihren Mitarbeitern großteils Italienisch, und immer wieder höre und lese ich auch Rätoromanisch. Mit Kenntnissen einer romanischen Sprache und etwas Phantasie ist auch dieses „Licht-getränkte Italienisch“ ungefähr zu entschlüsseln. Dieses bunte Gewirr aus Sprachen ist es, was für mich den Charme der Schweiz ausmacht. Ich bewundere es immer wieder, wie leicht man hier von einer Sprache zur nächsten „switcht“, um dann noch Zwischenrufe in einer ganz anderen Sprache zu beantworten. Es erinnert mich an meine Zeit, als ich während des Studiums ein Marketing-Praktikum in einer Schweizer Firma im Kanton Glarus absolvierte. Italienischsprachige Kollegen, französische und schweizerdeutsche zeigten mir die Vielfalt der Schweiz. Und weil diese Sprachen noch nicht reichten, war der Chef auch noch Norweger. Wäre ich in der Lage Portugiesisch zu sprechen, könnte ich auch das hier im Haus noch anwenden, denn wie in St. Moritz ebenfalls stammen die meisten Mitarbeiter im Service und in der Küche aus Italien und Portugal.

Pontresina, das Gletscherdorf

Nur 6 Kilometer von St. Moritz entfernt, liegt das Gletscherdorf malerisch am Fuße der beeindruckenden Viertausender. Pontresina ist nicht nur im Winter eine Reise wert, wenn es „normalerweise“ mit meterhohem Pulverschnee aufwartet und zum Eldorado für Skifahrer, Langläufer, Schneeschuh- und Winterwanderer wird. Europaweit ist diese Region eine der besten zum Wandern und Bergsteigen. Dass auch das Dorf selbst viel zu bieten hat, zeigt mir mein Spaziergang durch das sonnige Pontresina.

 

„Kunstwege“ – Internationaler Wettbewerb für SchneeKUNST

Bereits seit 2005 organisiert Pontresina eine aussergewöhnliche Plattform für bildende Kunst. Derzeit findet die Ausstellung im Winter, der internationale Wettbewerb für SchneeKUNST, zum vierten Mal statt. Das Material Schnee erlaubt es qualitativ hochstehende, zeitgenössische Kunst entstehen zu lassen. Zwar vergänglich, dafür aber geprägt von unvergleichlicher Ausdruckskraft, Tiefgründigkeit und Schönheit. Dieser künstlerische Anspruch ist eine Besonderheit des Bewerbs in Pontresina und kehrt sich bewusst von rein dekorativen Schneeskulpturwettbewerben ab, wie sie weltweit inszeniert werden.

 

„Freue dich, s´Christkind kommt bald“ – es weihnachtet im Hotel Albris

Dass die Ehefrau des Hotelchefs gelernte Floristin ist, merke ich überall im Haus. Die liebevollen Dekorationen, ganz besonders nun zur Weihnachtszeit, stechen mir ins Auge. Überhaupt verströmt das Hotel eine sehr heimelige Atmosphäre zum Wohlfühlen, irgendein Familienmitglied ist immer für die Gäste da. Das ist das Schöne an einem von einer Familie geführten Betrieb, aber auch die 55 Mitarbeiter bemühen sich in vorkommender Weise um die Anliegen und Wünsche der Gäste. Küchenchef Nicola Gianera sorgt nicht nur mit seinen hervorragenden Fischkreationen für Gaumenfreuden, die durch den umsichtigen Service von Restaurantleiter Umberto Sannino und seinem Team gleich noch besser munden.

 

Skivergnügen in der größten Wintersportregion der Schweiz

Der Berg ruft! Genau genommen ist es die Corviglia, die mich ruft. Zum Hausberg und Klassiker von St. Moritz ist es von Pontresina nicht weit, und so setze ich meine Schwünge in den in der Sonne glitzernden Schnee. Zugegeben, nicht alles ist Natur, aber durch die tiefen Temperaturen der letzten Zeit und vor allem nachts konnten die Pisten gut beschneit werden. Einzig der Blick ins „Tal“, das ja immerhin auch noch auf einer Seehöhe von 1.800 Metern liegt, mutet etwas frühlingshaft an, aber egal. Die Pisten sind gut befahrbar, die Sonne verwöhnt mit wärmenden Sonnenstrahlen – Herz, was willst du mehr? Breite, schöne Hänge, aber auch steile Strecken für Könner machen den Reiz der Corviglia aus. Hier muss ich mich anstrengen, um mithalten zu können, aber da ich eine Genussfahrerin bin, verzichte ich auf die Geschwindigkeit der Einheimischen und gebe mich geschlagen. 100 Weltcup-Punkte für die Schweiz, womit die Ordnung wieder hergestellt wäre.

Der „freie Fall“ – das Markenzeichen der Pista Corviglia

1934, 1948, 1974, 2003 und das nächste Mal 2017 wird die Ferienregion Engadin St. Moritz wieder Gastgeber der FIS Alpinen Ski Weltmeisterschaften sein. Der „freie Fall“, das Markenzeichen der Pista Corviglia, wird auch dann wieder einigen der weltbesten Skiläufer gehörige Angst einjagen. Und deshalb bin ich gut beraten,diese berühmt-berüchtigte Stelle im Skigebiet zu meiden. 45 Grad Neigung, der Start der Ski-Abfahrt in St. Moritz ist der steilste der Welt. Nirgendwo sonst stürzen sich die Abfahrer über eine steilere Piste, innerhalb von nur 6 Sekunden sind sie von Tempo 0 auf Tempo 140 km/h, schneller als mancher Rennwagen. Und wie sehen sie das, die harten Männer des Skisports? Sogar Weltmeister Didier Cuche muss zugeben, sich beim ersten Mal mit einem mulmigen Gefühl aus dem Starthaus katapultiert zu haben. „Die ersten 20 bis 30 Meter fühlen sich hier tatsächlich an wie ein freier Fall“, so die Schweizer Skilegende.

Leistbares Skifahren im „Top of the World“-Skigebiet Engadin-St. Moritz

Ein „Winterzückerli“ der besonderen Art bietet das Hotel Albris während der gesamten Wintersaison 2015/16. Gäste, die länger als eine Nacht buchen, erhalten den Skipass für dieses Top-Skigebiet um nur CHF 35.- (ca. € 32.-) pro Person und Tag während der gesamten Aufenthaltsdauer. Ein Angebot, das nicht nur mich hellauf begeistert!

Hervorragende Pistenverhältnisse im Dezember 2015!  —> zum Videoclip

 

Mein Ausflugstipp: Von Gletschern zu Palmen mit dem Bernina Express

Wenn die Zeit reicht, empfehle ich einen Ausflug von den Gletschern zu Palmen, mit dem UNESCO Welterbe Rhätische Bahn, besser bekannt als „Bernina Express“. Auf 122 Kilometern geht es durch 55 Tunnels und über 196 Brücken von Chur ins italienische Tirano. Die Berninalinie ist ein wahres Meisterwerk der Ingenieurskunst, und der Gast kommt angesichts der vorüberziehenden atemberaubenden Landschaften aus dem Staunen nicht heraus. Im Bahnhof Pontresina kann in die Rhätische Bahn zugestiegen werden, die Fahrt nach Tirano dauert knappe zweieinhalb Stunden. Von Tirano aus ist eine Weiterfahrt mit dem Bus nach Lugano möglich. Hier eine Übernachtung zu planen und am nächsten Tag wieder zurück nach Pontresina ist sicher ein Ausflug, an den Sie lange zurückdenken. 

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Mich führt meine Reise nun weiter ins nahe g