REISEBERICHT: OPATIJA

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Opatija („Abbazia“) wie zu Kaiser´s Zeiten…

Mit der Reisebloggerin unterwegs in einem schönen Stück „Alt-Österreich“

 

Es ist Frühling, die ersten Sonnenstrahlen locken ins Freie und das Meer ruft! Weit soll es nicht sein, da Zeit ein leider viel zu knapp vorhandenes Gut zu sein scheint, also entscheiden wir uns zu einem Kurztrip an die Adria. Schnell sind die Koffer gepackt, das Navi mit den nötigen Reiseinformationen gefüttert und schon geht es über Villach, Bled und Ljubljana in die kroatische Küstenstadt. Opatija oder – wie wir Österreicher noch liebevoll dazu sagen – „Abbazia“ erwartet uns bei Kaiserwetter und spätestens nach dem ersten Blick aufs Meer stellt sich Urlaubsfeeling ein. Vom Zimmer aus eröffnet sich uns eine wunderschöne Aussicht auf die benachbarten Inseln Cres und Krk.

Beim Abendspaziergang lernen wir die Stadt gleich ein bisschen kennen und genießen das Flanieren auf dem „Lungamare“, der Uferpromenade, die sich auf 12 Kilometern Länge zwischen Volosko und Lovran erstreckt und heute den Namen des Kaisers Franz Josef I. trägt. Die prachtvollen Bauten aus der Zeit der Donaumonarchie erinnern an längst vergangene Zeiten. Entlang des Lungamare entdecken wir nicht nur viele architektonisch bemerkenswerte Villen und Hotels, sondern auch die eine oder andere Erinnerungstafel. Die frische Meeresluft tut gut, und nach einem herrlichen Abendessen direkt an der Promenade kehren wir zurück ins Hotel.

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Tags darauf erkunden wir das geschäftige Treiben der Stadt und bringen unsere Kuna, die kroatische Landeswährung, in den vielen kleinen Shops und Cafés und der appetitlichen Markthalle in Umlauf. Hier wird vor allem frisches Obst und Gemüse aus den Gärten im Hinterland von Opatija, Honig, Käse und auch der wohlduftende Lavendel verkauft. Die Markthalle wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, als in der Blütezeit des Seebades Abbazia die Nachfrage nach frischen Lebensmitteln stieg. Architektonisch gliedert sie sich perfekt in die mondäne Nachbarschaft ein. 1907 wurde der angrenzende Fischmarkt errichtet, auf dem es frischen Fisch aus der Adria zu erstehen gibt.

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Nach einer ausgiebigen Shoppingtour lassen wir uns wieder an der Küstenpromenade nieder und schreiben Postkarten an die Zuhausegebliebenen, bevor wir zu einer weiteren Erkundungstour aufbrechen.

Wieder am Lungamare tauchen wir erneut in ein Stück österreichischer Geschichte ein. So soll der ungarische Graf Andrássy in der Villa Minach gleich drei Mal inkognito Besuch von unserer Kaiserin Sissi bekommen haben. Und in der Villa Madonna, in der heute das Casino untergebracht ist, sollen sich Kaiser Franz Josef I. und Katharina Schratt mehrfach getroffen haben. So viel Sissi-Romantik an einem Ort – das kann ja wohl nur das milde Klima und die bezaubernde Lage Abbazias an der Adria ausmachen.

Und wo unser Kaiserpaar so gern weilte, da gefällt es uns auch. So spazieren wir weiter zur Villa Angiolina, in der das kroatische Tourismusmuseum beheimatet ist, durch den wunderschönen Garten mit exotischen Pflanzen bis zum ältesten und traditonsreichsten Hotel der Stadt, dem berühmten Hotel Kvarner. Ursprünglich war das Hotel als Heilanstalt für Lungenkranke gedacht, entwickelte sich aber bald zum Treffpunkt der eleganten Welt. Nicht nur das rumänische Königspaar stieg hier ab, auch unser Kaiser Franz Josef I. traf an diesem historischen Ort den deutschen Kaiser Wilhelm II.

Der „Portic“, der kleine Hafen von Opatija, diente früher als Ausgangspunkt für die Ausflugsboote der „Barkajoli“, der traditionellen Bootsführer. Sie waren mit Rudern ausgestattet und beförderten ihre Gäste in kleinen Holzbooten entlang der Riviera oder zu den vorgelagerten Inseln. Heute hat sich der Komfort der Boote natürlich stark verbessert und gerudert muss schon lange nicht mehr werden, aber eine Bootsfahrt mit einem „Barkajoli“ gehört unbedingt zum Pflichtprogramm eines Aufenthalts an der Opatija Riviera, und so nehmen wir uns dies für den nächsten Tag vor.

Schließlich gelangen wir zu DEM Wahrzeichen der Stadt, zum Mädchen mit der Möwe. Die Skulptur, die auf der Landzunge vor dem ehemaligen Friedhof aufgestellt ist, wurde zu einem Symbol für Opatija. Diese existiert jedoch erst seit 1956, da bis zu jenem Zeitpunkt die Statue „Madonna del mare“ des Grazer Künstlers Rathausky stand, die bei einem Unwetter umgerissen wurde. Das Mädchen mit der Möwe ist zweifelsohne DAS Fotomotiv der Stadt.

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Wie am Vortag schon beabsichtigt, rufen wir uns ein Wassertaxi, um in die nahegelegene Hafenstadt Rijeka überzusetzen. 30 sehr windige Minuten später erreichen wir das „Tor zu den Inseln Kroatiens“ an der Kvarner Bucht und laufen in den Hafen ein. Der Ortsname Rijeka bedeutet sowohl im Kroatischen, als auch im Italienischen und Slowenischen jeweils „Fluss“.

Vom Hafen her betreten wir die Altstadt durch den Stadtturm, der im Mittelalter die Stadt schützte. Wieder einmal säumen Gebäude aus der Habsburg-Ära die Straßen, wie die Hauptpromenade Korzo, die wir entlang bummeln. Die Fassaden entlang dieses lebendigen Treffpunkts von Einheimischen und Touristen zeugen von der reichen und turbulenten Geschichte der Stadt. So erfahren wir, dass sich die Menschen nicht einmal von der Bora, wenn sie über die Adria fegt, von ihrem geliebten Korzo vertreiben lassen. Und so ist diese Straße nicht nur die längste Fußgängerzone der Stadt, sondern auch ihr Spiegelbild. Auch auf Gustav Klimts Spuren wandeln wir, als wir im kroatischen Nationaltheater ein Deckengemälde von ihm entdecken.

Am nächsten Tag heißt es schon wieder Abschied nehmen mit vielen schönen Eindrücken im Gepäck. „Zbogom Opatija!“

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Fazit:

Ein toller Kurztrip ans nahegelegene Meer in eine Stadt mit großer Geschichte. Hier kommen neben dem Meeresrauschen auch Geschichte, Kultur und Kulinarik nicht zu kurz. Ein sehenswertes und traditonsreiches Stück Alt-Österreich!

 

Tourismusverband Opatija
https://www.visitopatija.com/de

 

 

4 Kommentare

  1. Wir haben damals in Lovran gewohnt und da hat uns auch diese lange Uferpromenade sehr beeindruckt. Wir waren eine Woche da und sind jeden Abend bis nach Opatija hineinspaziert. Wirklich schön.

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