REISEBERICHT: SCHLOSSVILLA MIRALAGO, PÖRTSCHACH AM WÖRTHERSEE

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Reiseziel für Verliebte

Mit der Reisebloggerin in der Schlossvilla Miralago

Ganz romantisch vom „Ich“ zum „Wir“ – an den noblen Gestaden des Wörthersees

Heiraten, Flittern und Turteln im Stil der Sommerfrische

Weitläufig als „Honeymoon“ bekannt, bezeichnen die Franzosen die schönsten Wochen eines Brautpaares  als „semaines de plaisir“ (Wochen des Vergnügens), „Luna di miele“ (Honigmond) nennen sie die Italiener, eher pragmatisch die Dänen „Hredebrodsdagen“ (Weißbrottage), „el pan de la broda“ (das Brot der Hochzeit) die Spanier, „semana dos prazeres“ die Portugiesen (Woche der Lustbarkeiten), und die Schweden erfreuen sich schlichtweg an einem „smekmånad“, dem Schmeichelmonat. Welche klingenden Namen sich Liebende auch immer haben einfallen lassen, eines ist sicher. Flittern gehört einfach zur Romantik wie das „Ja“ zum Traualtar! Selten ein Platz, an dem sich in Österreich so stilvoll wertvolle Zeit zu Zweit genießen lässt wie in der Schlossvilla Miralago, einem wahren Juwel am Wörthersee.

Miralago bedeutet „Seeblick“…

„Schlossherr“ Mag. Johannes Muchitsch, seines Zeichens Vermögensberater, Koch aus Leidenschaft und Gastgeber, bereitet mir einen herzlichen Empfang, und ich inspiziere mein Zimmer. Oder besser gesagt, meine Wohneinheit, die aus Wohn- und Schlafzimmer sowie einem äußerst geräumigen Bad mit eigener Jacuzzi-Whirlpool Badewanne besteht. Der Blick aus dem Fenster verleitet sofort zum Träumen, im berühmten Wörthersee-Türkis präsentiert sich der See hier in der Pörtschacher Ostbucht, die aufgrund ihrer Ruhelage als die wohl schönste Bucht gilt. Einfach nur idyllisch, dieser „Seeblick“!

Wie ich vom Hotelchef gleich erfahre, lässt sich der Wert einer Seeliegenschaft mit dem Ausblick, den sie bietet, bemessen, wobei der Blick auf das malerische Maria Wörth besonders hoch im Kurs steht. Eröffnet sich zugleich noch die Sicht auf Velden, wie dies an manchem Plätzchen in der exklusiven Pörtschacher Ostbucht der Fall ist, hat man es hierbei mit den wertvollsten Lagen des Wörthersees zu tun.

Die Atmosphäre mutet sehr persönlich und luxuriös an. Kein Wunder, bietet die Villa in nur sechs Suiten und sechs Doppelzimmern Platz für höchstens 26 Gäste. Fast fühlt man sich ein bisschen wie eine Prinzessin, der von ihrem Hofstaat die Wünsche von ihren Lippen abgelesen werden. Doch eigentlich bin ich im Moment ohnehin wunschlos glücklich.

Beim Rundgang durch das Haus bemerke ich, dass nicht nur in meinem Zimmer ein TV-Gerät oder sonstige High Tech-Anlagen fehlen, auch Designermöbel sind in diesen altehrwürdigen Hallen nicht zu sehen. Kein Hotel im üblichen Sinn also. Ich muss zugeben, dass mir dieses Konzept gefällt. Wer will hier schon vor der Flimmerkiste sitzen? Zugegeben, mit einer Ausnahme. Heute steht das EURO-Spiel mit Island auf dem Programm, und bei solch weltbewegenden Ereignissen findet sich dann doch ein Fernseher im Schloss. Wie beruhigend, aber danach schweift mein Blick doch gleich wieder viel lieber hinaus in den malerischen Park. Wenn ich diese überwältigende Aussicht auf den See genießen kann, setze ich mich abends an den weitläufigen Strand oder ins romantische Bootshaus und sehe dann im wahrsten Sinne des Wortes „fern“. Es ist der Hauch der großen Blütezeit der Wörthersee-Sommerfrische, der in den Zimmern und im ganzen Haus zu spüren ist. Wie in alten Gemäuern üblich, regelt die großzügige Architektur das Klima von selbst und macht eine Klimaanlage überflüssig. Im Spätherbst laden Kachelöfen zum gemütlichen Verweilen ein.

Die Schlossvilla Miralago wurde nach den Plänen des Architekten Carl Langhammer im Jahr 1893 als „Villa Urban“ für die wohlhabende Wiener Unternehmerfamilie Ludwig Urban erbaut. Gemeinsam mit dem engsten Freundeskreis genoss man die Lebenslust der „Sommerfrische“ von der Frühlingsmitte bis zum Herbstausklang. Die Gartenfeste in der Villa waren legendär, und eine Einladung von Ludwig Urban bedeutete für den Gast eine große Ehre.

Am nächsten Tag lacht die Sonne bereits ab den frühen Morgenstunden vom Himmel, und dieses südliche Lebensgefühl erweckt in mir die „Lust auf Wörthersee“. Entspannte Stunden verbringe ich am weitläufigen Privatstrand und freue mich über Vogelgezwitscher als Begleitmusik . Die Wassertemperatur ist mehr als nur angenehm, und so plantsche ich mit Genuss in der liebsten „Badewanne“ der Österreicher. Und bald schon werde ich vom Hotelchef, der nun in die Rolle des Kapitäns wechselt, zu einer Bootsfahrt durch die Pörtschacher Bucht entführt.

 

Die berühmte Wörthersee-Architektur

„Schlossherr“ Muchitsch dreht mit mir eine Runde mit dem Boot und verschafft mir somit einen schönen Eindruck der berühmten Wörthersee-Architektur. Majestätisch liegen sie vor mir, diese imposanten Villen, die zwischen den 1840- und den 1890er-Jahren für wohlhabende Wiener erbaut wurden, und Pörtschach somit zum mondänsten Badeort Österreichs avancierte. Großbürger, Adel und Künstler wie Brahms oder Mahler suchten hier Erholung, Gesellschaft und Inspiration. Mit der Eröffnung der k.u.k. Südbahn 1864 gelangten unsere Hauptstädter bequem nach Kärnten, und die Zeit der „Sommerfrische“ war eingeläutet. Stets wurden die Villen mit Bezug zum See und zur Natur konzipiert, die wunderschön gestalteten Parkanlagen um die Bauten sowie die Boots- und Badehäuser direkt am Wasser zeugen auch heute noch davon. Neben Carl Langhammer, dem Erbauer der Villa Miralago, taucht auch immer wieder der Name Franz Baumgartner auf, der als wichtigster lokaler Vertreter der Architekten des sogenannten „Wörthersee-Stils“ gilt.

Als ganz besonderes Juwel wird das berühmte Villen-Ensemble in Pörtschach betrachtet, zu dem neben der Schlossvilla Miralago auch noch die Villa Wörth, die Villa Seehort und die Villa Seefried gehören. Diese Bauten repräsentieren zugleich das am besten erhaltene Villenensemble Kärntens.

Mir machen Halt vor der „Villa Flora“ und sehen, dass unterschiedliche Epochen und Baustile sehr wohl nebeneinander existieren und  und vor allem auch harmonieren können. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die heute modernste Villa am See, ein Glanzstück der modernen Wörthersee-Architektur.

 

Köche aus Leidenschaft

Da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, fokussiert sich der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Topkoch Johannes Muchitsch nicht nur auf das kulinarische Verwöhnen verliebter Paare, sondern setzt ein mutiges Statement in der Gourmetszene. „Bei mir gibt es das zu essen, was ich selbst gerne esse und was wir in der Familie in unserer langen privaten Kochtradition auf dieses für uns beste Niveau gebracht haben. So wie es uns am besten schmeckt, servieren wir es auch dem Gast, und freuen uns, wenn es ihm dann ebenso schmeckt“, bringt Muchitsch seine Philosophie auf den Punkt. Der Erfolg gibt ihm recht, und das Lob seiner besonders anspruchsvollen und weitgereisten Gäste, die extra für seine Gänseleber oder sein Kalbsfilet an den Wörthersee kommen, ist für ihn wie Balsam auf seiner Seele. Das Nationalgericht Kärntner Kasnudel wird man vergeblich auf der Karte suchen, zum Stil des Hauses passend werden stattdessen Salbeiravioli kredenzt, da sie mit mehr Finesse zubereitet werden könnten. Auch interpretiere man nicht immer seine Gerichte neu, auf die Beständigkeit der Qualität käme es an, verrät mir Johannes Muchitsch. Die Küche im Miralago sei berühmt für ihre konstante und maximal nach oben abweichende Qualität, und so bekäme der Gast ein Gericht immer wieder in der gewohnten Qualität. Das Versprechen: jeder Bissen ein Genuss mit Wow-Effekt – ich bin gespannt und begebe mich ins Bootshaus zum „Romantik-Dinner“, zu dem der Hotelchef geladen hat.

Da ich in allererster Linie mal ein visueller Typ bin, erfreue ich mich gleich beim Eintreffen schon am Genuss, der für das Auge geboten wird. Liebevolle Dekoration mit Kerzchen, die mir den Weg ins Bootshaus weisen, dann der Tisch mit Rosenblättern im Kerzenschein. Und phänomenal die Aussicht! Maria Wörth scheint zum Greifen nah, das gegenüberliegende Seeufer erstrahlt im Glanz der Abendsonne. Nach dem Prosecco beginnen wir unser 5-gängiges Menü mit Gänseleber mit Apfel und schwarzer Nuss, ein Gedicht! Bereits am Boot hat mir Herr Muchitsch erklärt, dass es Teil seiner Philosophie sei die Gäste mit puren Geschmackserlebnissen zu verwöhnen. Drei Geschmäcker am Teller würden reichen, diese pur und ohne Firlefanz wie Blüten oder sonstige Verzierungen. Nun weiß ich, wie er das meinte und genieße es. Weiter geht es mit Carpaccio und Ruccola, bevor wir uns die köstlichen Jakobsmuscheln auf der Zunge zergehen lassen. Als Hauptgang wird zartes Kalbsfilet mit grünem Erbsenpüree serviert, jeder Gang natürlich immer mit der passenden Weinbegleitung. Vor dem Dessert weist mich Johannes Muchitsch darauf hin, dass beim „Romantik-Dinner“ für Gäste nun der große Augenblick gekommen wäre, in dem der Bräutigam vor seiner Angebeteten auf die Knie ginge und die Frage aller Fragen stelle. Ja, ein wahrhaft märchenhafter Ort. Das Farbenspiel des Abendrots, das mittlerweile die gegenüberliegenden Karawanken leuchtend eingefärbt hat, bietet einen stimmungsvollen Rahmen für das Anstecken des Ringes. Hier werden sicher die Augen künftiger Bräute zum Glänzen gebracht, und sollte in diesem Ambiente eine „Nein“ sagen, so war es mit Sicherheit nicht die Frau fürs Leben! Doch derartiges sei an dieser Location noch nie vorgekommen, versichert mir der Chef des Hauses schmunzelnd. Den Abschluss unseres Dinners setzt ein erfrischendes Sorbetto. Fragen Sie sich eigentlich schon, wer diese Köstlichkeiten zubereitet hat, wenn ich doch mit dem Chef hier diniere? Es ist fast nicht zu glauben, aber unser Menü wurde tatsächlich von einem 16 Jährigen gezaubert! Lukas Muchitsch, der Sohn des Hauses tritt in die Fußstapfen seines Vaters, ist bereits als Sous Chef tätig und heute der Künstler in der Küche. Diesen Namen werden wir uns merken müssen, denn er wird uns gewiss irgendwann wieder begegnen. Irgendwo am Koch-Olymp zwischen Los Angeles und dem Wörthersee!

Romantische Zeit zu zweit

Ja, die kann man an diesem atemberaubenden Ort wirklich genießen! Innige Momente in lauschiger Atmosphäre – Hand in Hand im Mondschein am Strand, ganz romantisch beim privaten Dinner im Bootshaus oder kuschelig in den wohligen Fluten des Jacuzzi – erwarten verliebte Paare in diesem Paradies. Und für alle, die sich ihrer Liebe schon sicher sind fürs ganze Leben: ein außergewöhnlicher Platz zum Heiraten!

Heiraten in der Schlossvilla Miralago

Verliebt, verlobt, verheiratet! So romantisch schließt man hier den Bund fürs Leben. Die standesamtliche oder symbolische Trauung kann direkt am See, im bezaubernden Bootshaus oder in der Bibliothek der Villa abgehalten werden. Auf Wunsch ist auch eine kirchliche Trauung in der Villa möglich, oder das Brautpaar setzt mit dem Boot direkt vom Steg zur Kirche in Maria Wörth über. Der malerische Park mit Strandbar, Steg, Bootshaus und Hochzeitszelt bildet die perfekte Kulisse für ein rauschendes Hochzeitsfest.

 

Trotz strahlendem Sonnenschein, wohlig warmer Wassertemperaturen und südlichem Dolce Vita-Feeling heißt es für mich wieder Abschied zu nehmen. Von der Sonne wachgeküsst, lasse ich mir noch einmal das Miralago Gourmet Frühstück im Park schmecken, bevor ich mich auf den Heimweg in Richtung Norden mache.

Mein Resümee: die Schlossvilla Miralago ist ein echter Geheimtipp für Romantiker und anspruchsvolle Gäste, die in luxuriöser Privatsphäre Gelassenheit, Entschleunigung und Genuss suchen. Und das vom Frühjahr bis in den Herbst!

Lesen Sie auch meinen Reisebericht über Velden am Wörthersee!

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

Schlossvilla Miralago
Mag. Johannes Muchitsch
Hauptstraße 129
A-9210 Pörtschach am Wörthersee
Tel. +43 (0)4272 2430
www.miralago.at

5 Kommentare

  1. Hallo Frau Haiderer! Ich schließe mich meiner Vorrednerin an. Einfach nur schön! Lieben Gruß von Ulrich Weber

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